Hilfe kommt von fast überall

SOLIDARITÄT Familie Groß wird nach dem Feuer viel Unterstützung zuteil

51 Feuerwehrleute aus Aßlar, Berghausen und Werdorf waren im Einsatz, um den Dachstuhlbrand zu bekämpfen. (Archivfoto: Pöllmitz)

Alexandra, Benjamin, Lea, Alexander und Gero Groß (von links) haben bei Klaus und Andrea Riedl ein Dach über dem Kopf gefunden. (Foto: Pöllmitz)

Ruß an den Wänden und vor allem das Loch im Dach erinnern an die dramatischen Ereignisse vom Montagabend. (Foto: Pöllmitz)

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Feuer macht Haus in Aßlar unbewohnbar

Alexandra und Gero Groß und ihre Kinder Benjamin, Alexander und Lea erlebten ihren ganz persönlichen Horror: Ein Dachstuhlbrand machte das Haus, in dem die Familie in der Leuner Straße 7a lebte, vorerst unbewohnbar. Wie das Feuer entstanden ist, wissen sie noch nicht. „Wir haben Koffer, Lego, Tupperware, Weihnachtsdeko, eben was man so auf dem Dachboden hat, dort gelagert“, erzählt Gero Groß.

Nach vorne hin war alles ausgebaut, dort hatte Alexander sein Zimmer. Auch wenn das Haus nicht ihr Eigentum war, haben sie doch viel investiert.

„Die Anteilnahme der Menschen ist riesig, viele bieten uns Hilfe an und ich kann nur immer wieder Danke sagen“, so Alexandra Groß. Ein Dach überm Kopf haben die fünf und Hündin Hexe erst einmal bei ihrem Bruder Klaus und dessen Frau Andrea gefunden. „Das war für uns selbstverständlich und bis es eine Lösung gibt, rücken wir halt zusammen.“ Auch Alexandras Schwester Bärbel hat Ausweichquartiere angeboten.

Die Brandursache steht noch nicht fest. Das Landeskriminalamt war da, der Gutachter der Feuerversicherung kommt noch. Zwar haben sich Kriminalbeamte vor Ort umgesehen, doch um sicherzugehen soll ein Brandexperte hinzugezogen werden. Und: „Erst wenn der Statiker sein Okay gibt, können wir sehen, was noch zu gebrauchen ist“, sagt Alexandra, die als selbstständige Fußpflegerin arbeitet.

„Diese Woche brauchen wir erst mal noch zum Organisieren und um den Schock zu verarbeiten. Wenn man so plötzlich vor dem Nichts steht, ist guter Rat teuer. Wir hätten nie gedacht, dass das Dorf so hinter uns steht“, freut sie sich.

„Als es brannte, haben die Nachbarn Kaffee gebracht, uns beigestanden und auch schon Platz für Sachen angeboten, die wir vielleicht noch retten können.“

Siegfried Urbanek von der Feuerwehr Berghausen nutzte Facebook, um auf die Notlage der Familie aufmerksam zu machen. „Diese Leute haben alles verloren wir müssen ihnen helfen.“

Mit einer so großen Hilfsbereitschaft hat er nicht gerechnet. Von überall her wurde er kontaktiert, jeder will etwas beisteuern, um der Familie wieder auf die Beine zu helfen.

„Ich habe mit Alexandra abgesprochen, dass ich erst einmal alles an Möbeln und Elektrogeräten und anderen großen Teilen aufschreibe, weil ja noch kein neuer Wohnraum gefunden wurde“, so Urbanek, der sich die Damen vom Spielmannszug an die Seite geholt hat.

Spendenboxen 
in Geschäften, Luftbilder und
 Konzerte für den 
guten Zweck

Wer Wäsche, Kleingeräte und mehr hat, eben alles, was zeitnah gebraucht wird, kann dies am Donnerstag (2. Februar) von 18 bis 19 Uhr im Backhaus abgegeben. Als Ansprechpartner stellt sich Urbanek, (0 64 43) 39 09, zur Verfügung, um alles in Absprache mit der Familie Groß zu koordinieren. „Was Feuer und Qualm nicht geschafft haben, macht das Löschwasser zunichte“, weiß Urbanek als erfahrener Wehrmann. Bis Möbel geborgen werden dürfen, ist es meist zu spät. Kleidung hatten Wehrleute teils geborgen; Waschmaschinen und Trockner standen nicht still.

Wie es weitergeht? „Die Stadt Aßlar hat uns die Hausmeisterwohnung beim DGH in Bechlingen angeboten, was allerdings nur eine Notlösung ist“, so Alexandra Groß, die am liebsten in Berghausen bleiben möchte.

„Wir brauchen jetzt unsere Leute um uns, die uns auffangen und Halt geben.“ Tiefe Eindrücke hinterlassen die angelaufenen Hilfsaktionen.

Michael Becker hat an der „Schnellen Rast“ eine Spendenbox aufgestellt und auch in der Kita „Spatzennest“ wird gesammelt. Michael Roth („Big Block“) und Stephan Becht („Mission2Party“) wollen mit ihren Bands einen Benefiz-Gig in Berghausen geben und Jakob Tollerian von „Schwerelos“ sagte auch spontan zu.

Dominik Neul, Inhaber von „Flying impressions“ in Aßlar, der Luftbilder und Videos produziert, macht ein besonderes Angebot zugunsten der Familie. Alle wollen ihr helfen, dass das Leben schnell wieder in geregelten Bahnen verläuft.


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Kommentare (1)
Super. Das Telefon stand heute Morgen nicht still. Ich habe jetzt auf unsere Liste genügend Spendenangebote für Haushalt und Möbel stehen. Darunter befindet sich ein ganz Kompletter Haushalt. Jetzt gilt es alles mehr
„auszuwerten“ und mit der Familie Groß die weitere Vorgehensweise abzusprechen.
Wir benötigen aber noch Bekleidung, da diese durch die Brandrauchbeaufschlagung und Löschwasser nicht mehr zu gebrauchen. Wir suchen deshalb für
Lea hat Größe S/M oder 40 Schuhe 39/40
Alex M oder 42 Größe 45/46
Sohn Benni XL Größe 46
in Erwachsenen Größe
Ein Dank auch an die WNZ für die Berichterstattung
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