Hund Bono darf leben

TIER Veterinäre: Keine Tötung notwendig

Mischlingshund Bono darf weiter bei seinem Frauchen Sylvia Aleesha Mayer kleben. (Foto: privat)

Erleichterung reicht nicht aus, um zu beschreiben, was Bonos Besitzerin Sylvia Aleesha Mayer fühlte, als sie am Dienstagmittag eine E-Mail von der Veterinärabteilung erhielt und darin die Nachricht, dass ihr Hund nicht eingeschläfert werden muss. In dem letzten Schreiben, das Mayer vor einigen Tagen von der Behörde erreicht hatte, war ihr noch letztmalig eine Frist bis 9. Dezember für die Euthanasie des Tieres gesetzt worden. Für den Fall, dass sie dieser Aufforderung nicht nachkommt, war der Tierfreundin, die in Neukirchen den Gnadenhof Feenwald gegründet hat, eine Tötungsanordnung angedroht worden, ferner wegen Tierquälerei ein generelles Tierhalteverbot.

4600 Tierfreunde unterzeichnen Petition

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Der Bericht dieser Zeitung über die von der Veterinärabteilung verlangte Einschläferung zusammen mit einem Video, in dem sich Bono offenkundig des Lebens freut, verbreitet sich seit Tagen wie ein Lauffeuer im Internet. Allein bei Facebook wurde der Beitrag mehr als 600 Mal geteilt und erreichte so mehr als 62 000 Nutzer nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz. Daraufhin wurde auf der Internet-Plattform www.change.org am Montag eine Online-Petition für Bono gestartet, die bis zum Dienstagnachmittag schon mehr als 4600 Unterzeichner fand, darunter auch Tierfreunde aus Kanada und den USA. Viele boten Mayer auch Unterstützung, Hilfe und Ratschläge im Umgang mit der Behörde an. Und auch in der Veterinärabteilung des Lahn-Dill-Kreises müssen die Drähte wegen des Falls Bono geglüht haben.

Die letzten Tage habe sie fast ausschließlich damit verbracht, die vielen Schreiben von Unterstützern zu beantworten und sich für die Hilfe zu bedanken, berichtete Mayer überglücklich im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bono, war vergangenes Jahr im Sommer als rumänischer Straßenhund auf den Gnadenhof der Braunfelser gekommen. Weil der sechsjährige Rüde gelähmt war, ließ Mayer eine 700 Euro teuere Orthese für ihn anpassen. Inzwischen läuft Bono wieder erstaunlich gut.

Grund für das Einschreiten der Veterinärabteilung war jedoch, dass Bono bei seinem neuen Frauchen stark abmagerte, was bei Straßenhunden häufiger vorkommen soll. Bei der deshalb angeordneten Untersuchung in einer Tierklinik wurde eine Verschattung in Bonos Darm festgestellt, deren Ursache nicht geklärt werden konnte. Die Prognose für Bono fiel schlecht aus und endete mit der Empfehlung der Tierklinik: „Je nach weiterem Verlauf und Befinden des Hundes muss über eine schmerzfreie Einschläferung nachgedacht werden.“

Inzwischen ist Bono allerdings nach Durchprobieren unterschiedlicher Futtermittel auf dem Weg der Besserung. Er hat deutlich zugelegt und zeigt echte Lebensfreude – zu sehen in dem Video, das diese Zeitung im Internet veröffentlichte. Offenbar erst durch das Video erhielt auch das Veterinäramt einen Eindruck von Bonos aktuellem Gesundheitszustand. In der E-Mail an Mayer schreibt die Behörde von einem Missverständnis. Erst jetzt, nach zweimaliger Erinnerung, habe man aktuelle Informationen zum Hund Bono erhalten.


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Kommentare (3)
Vielleicht könte der Kommentator uhu ja für die Kinder etwas spenden oder eine Petition starten. Sicherlich eine tolle Aufgabe.
EIn MIssverständnis, welches einem lebensfrohen Tier fast das Leben gekostet hätte :-(
Verkehrte Welt,
Da wird ein Gedöns gemacht für ein Tier, mit tausenden Unterschriften
In Deutschland gibt es Kinder die hungern,ob da auch nur eine von den Personen etwas unternehmen würde wage ich zu bezweifeln
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