Jeder Einbruch ist einer zu viel

Kriminalität Trend zeigt nach unten / Polizei gibt Tipps und räumt mit Mythen auf

Polizeisprecher Guido Rehr. (Foto: Polizei)
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Die Diebe nutzen die schlechten Lichtverhältnisse in den späten Nachmittagsstunden, um unbeobachtet einzusteigen. Auf Bewohner treffen sie zu dieser Zeit selten, weil die noch auf der Arbeit oder mit dem anschließenden Einkauf beschäftigt sind.

„Die Sorge, Opfer eines Einbruchs zu werden, ist in der Bevölkerung sehr präsent. Jeder Einbruch stellt auch einen Einbruch in die Privatsphäre der Opfer dar und hat erhebliche Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl“, sagt Polizeisprecher Guido Rehr. Die Täter bewegen sich in dem intimsten Privatbereich der Opfer und hinterlassen neben den materiellen Schäden meist auch eine viel schwerwiegendere persönliche Betroffenheit, von Angstgefühlen bis hin zu Traumata.

„Obwohl die Einbruchszahlen landesweit und im Lahn-Dill-Kreis rückläufig sind, ist jeder Wohnungseinbruch einer zu viel“, sagt Rehr. 2017 zählte die Kriminalstatistik insgesamt 272 Wohnungseinbrüche im Lahn-Dill-Kreis. Ein deutlicher Rückgang von 78 Taten im Vergleich zum Jahr 2016. Ein Blick auf die Zahlen dieses Jahres bestätigt den abnehmenden Trend.

Die Polizei appelliert, in jedem Fall wachsam zu sein. „Achten sie auf Personen oder Fahrzeuge in der Nachbarschaft. Scheuen Sie sich nicht, sofort die 110 zu wählen, wenn ihnen Personen oder Fahrzeuge oder Situationen verdächtig vorkommen“, rät der Polizeisprecher. Einbrecher brauchen erfahrungsgemäß nur wenige Minuten, um in eine Wohnung einzubrechen und sie zu durchwühlen. Oft hat es die Polizei mit reisenden Einbrechergruppen zu tun. Sie reisen in der Regel mit einem Auto an, verteilen sich in Wohngebieten mit Einfamilienhäusern und gehen arbeitsteilig vor. Schnell rein, schnell und gezielt durchsuchen, schnell wieder raus. Anschließend treffen sich die Einbrecher am Fahrzeug und bringen sich und ihre Beute in Sicherheit.

Kriminalberatung räumt mit einigen Mythen rund um den Einbruch auf

Der für den Lahn-Dill-Kreis zuständige Berater, der sich mit der Prävention, also der Verhütung von Straftaten befasst, ist Kriminalhauptkommissar Michael Michel. Er gibt Tipps rund um den Einbruchschutz. Neben der klassischen Einbruchssicherung an Fenstern und Türen, spielt die sogenannte „Verhaltensprävention“ eine große Rolle: Wie täusche ich dem Dieb zum Beispiel Anwesenheit vor? Welche Signale setze ich einem Einbrecher, wenn meine Rollladen den ganzen Tag heruntergelassen sind?

Rund um den Wohnungseinbruch ranken sich viele Mythen, wissen die Polizisten. In Gesprächen mit Opfern stellen sie immer wieder fest, wie stark diese in der Bevölkerung verwurzelt sind. Mythen sind Erzählungen – ihnen zu glauben kann für Haus- und Wohnungsbesitzer fatale Folgen haben. In einer Serie klärt Kriminalhauptkommissar Michael Michel über die zwölf gängigsten Mythen rund um den Einbruch auf.

Der Berater der Kriminalpolizei, Michael Michel, macht auch Hausbesuche. Er berät kostenfrei vor Ort in Sachen Einbruchschutz. Nach einer Schwachstellenanalyse am Haus oder an der Wohnung, gibt er Tipps und Tricks zu einer sinnvollen Einbruchssicherung.

Interessierte können unter Telefon (0 27 71) 9 07 01 22 Termine mit dem Hauptkommissar vereinbaren.

Informationen rund um die Themen Sicherungstechnik, Verhaltensänderungen, Opferschutz und mehr findet man in den Broschüren und Flyern auf den Polizeidienststellen oder auf www.k-einbruch.de und www.polizei-beratung.de. (red)


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