Kinder planen Schulhof mit

MITBESTIMMUNG Grundschule Rechtenbach sammelt in einer Zukunftswerkstatt Ideen

Ihre Meinung ist gefragt: die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Rechtenbach bei der Zukunftswerkstatt. (Foto: privat)

„Alle Kinder haben das Recht, bei Dingen, die sie betreffen, gehört zu werden“, erklärt Schulleiterin Doris Fischer. Gesagt, getan: Eltern, Lehrerinnen und Kinder trafen sich zu einer Zukunftswerkstatt, um einen großen Bautag am 24. Juni zu planen. „Durch die Zukunftswerkstatt können unsere Schülerinnen und Schüler so Demokratie bereits früh lernen“, betont Fischer.

An Ideen fehlt es dem Nachwuchs nicht – was sich schon zum Jahresbeginn zeigte: Alle Kinder durften ihre Kritik am Pausenhof auf sogenannte „Meckersteine“ schreiben. Es entstand eine lange „Meckermeile“. Nun gingen die Kinder auf eine Fantasiereise: Alle Mädchen und Jungen malten Bilder, auf denen sie zeigten, wie der Schulhof ihrer Träume aussehen könnte.

Der Nachwuchs hat über eine Holzfigur abgestimmt und sich für einen Drachen entschieden

„Es gab ganz vielfältige Ideen und Themen. Es ging beispielsweise um Rückzugsmöglichkeiten“, verweist Schulleiterin Fischer auf den sehr offenen Pausenhof. Ein anderes Bild habe einen Berg gezeigt. Solche und andere Motive übergaben die Lehrkräfte an Matthias Jansen: Der Landschafts- und Freiflächenpläner deutete diese und erstellte daraus konkrete Pläne für den Pausenhof. Der Berg, so Fischer, könne etwa zusätzliche Klettermöglichkeiten meinen. Auch ein Bereich mit Wasser sei auf einem Bild dargestellt worden.

Schon im Dezember hatten die Mitglieder des Schülerparlaments als „Schulhofdetektive“, ausgerüstet mit Schreibblock und Kamera, den Schulhof dokumentiert und Mitschülerinnen und Mitschüler befragt. Als die Schülervertretung in den Klassen unterwegs war, ging es auch um das Motiv einer Holzfigur auf dem Pausenhof. „Die Kinder haben abgestimmt und sich für einen Drachen entschieden“, berichtet Fischer.

Im nächsten Schritt wolle die Grundschule Rechtenbach nun neben dem Kollegium auch die Eltern, Familien und Freunde der Kinder mit einbeziehen. Geplant ist der Umbau in mehreren Bauabschnitten, wobei die Mithilfe ehrenamtlicher Kräfte – darunter vor allem der Eltern – eine grundlegende Rolle spielt. „Ohne die Arbeitskraft, die auf diesem Weg in das Projekt gesteckt wird, wäre alles deutlich teurer“, weiß Fischer.

Insgesamt schätzt die Schulleiterin die groben finanziellen Kosten auf mindestens 100 000 Euro. Der Umbau soll in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Seit 2008 hat der Förderverein der Grundschule Rechtenbach rund 30 000 Euro gesammelt – Mittel, auf die bei der Neugestaltung des Pausenhofes zurückgegriffen werden kann. Auch der Lahn-Dill-Kreis hat eine Unterstützung des Projektes zugesagt. „Es soll aber mehr erreicht werden, als mit den Mitteln des Kreises allein möglich wäre“, stellt Fischer klar.

Deshalb wirbt die Schule auch weiterhin um Sachspenden, Sponsorengelder oder handwerkliche Hilfe bei den Bauarbeiten auf dem Pausenhof. Die zahlreichen Ideen der Kinder sollen schließlich keine Fantasiereise bleiben. (red)

Kontakt zum Planungsteam: (0 64 41) 9 77 60.


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