"Menschen für Kinder"-Radtour: Hilfe rollt durchs Land

600 Radler sammeln bei 22. Ausgabe der Benefiz-Fahrt Geld für Kampf gegen den Krebs

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Wobei: Ein großer Teil der 600 Männer und Frauen, die am Samstag bei der Radtour des Vereins „Menschen für Kinder“ (MfK) in die Sättel stiegen, kannte das Gefühl schon. Die Tour, in deren Zentrum das Spendensammeln für krebskranke Kinder und ihre Familien steht, fand zum 22. Mal statt. So lang wie dieses Mal war die Route aber nie – 115 Kilometer. Sie haben sich gelohnt. Mehr als 240 000 Euro an Spenden sammelten die Radfahrer, ein umjubelter Rekordwert. Und nicht der einzige: Mit 600 Teilnehmern war die Tour so groß wie nie – doppelt so viele hätten mitfahren wollen.

23. MfK-Radtour erzielt Rekordspendensumme

Dank flacher Strecke war die Größe des Feldes kaum ein Problem. Weiter wachsen wird die Tour aber kaum. „Mit 600 Teilnehmern sind wir jetzt die größte privat organisierte Benefiz-Radtour in Deutschland“, sagt MfK-Vorstandsmitglied Matthias Späth. Üblicherweise fahren 500 Teilnehmer mit.

Begonnen hatte die Ausfahrt still – Diakon Stefan Zeiger erinnerte in seinem Reisesegen am Morgen mit einer Schweigeminute kurz vor dem Tourstart an Chris Bennett. Der Entertainer und Sänger war viele Jahre ein wichtiger Baustein der Tour. Im Juli ist er verstorben.

Die Radler geben der Tour ihr Gesicht – nicht weniger wichtig sind aber die Helfer im Hintergrund

Gegen 8 Uhr machte sich der Tross auf die erste Etappe vom Leitz-Park nach Gießen. Sieben weitere sollten bis zur Rückkehr nach Wetzlar nach zehneinhalb Stunden folgen. Dabei sind die Radfahrer nicht die einzigen, die sich ins Zeug legen: Rund 150 Personen begleiten die Tour, erklärt der MfK-Vorsitzende Dieter Greilich. Das sind – deutlich zu sehen – die Polizei und die Kradstaffel der Kirchengemeinde Albshausen/Steindorf, die die Strecke absichern und den Radlern die Straße frei machen. Das sind die Johanniter, die bei Unfällen eingreifen. Das sind Ehrenamtliche, die die Räder bei jedem der Stopps einweisen, die kiloweise Fleischwurst, Kuchen, Bananen, Brötchen und palettenweise Wasser- und Apfelschorle anbieten. Zwei Verpflegungsteams gibt es. Wie beim Hase und dem Igel sind die Helfer immer schon vor Ort, wenn die Radler an einem Stopp eintreffen. Die Logistik ist essenziell. Mit Megafon und klaren Ansagen („Bitte durchfahren, nicht absteigen!“) werden die Radler jeweils begrüßt. Unterwegs begleiten Musik und aufmunternde Worte aus dem Führungsfahrzeug die Tour. In Dutenhofen – die Teilnehmer haben schon 100 Kilometer in den Beinen und die Kräfte schwinden – stehen Schulkinder an der Strecke und klatschen die Teilnehmer ab. Das fühlt sich dann ein wenig an wie die Tour de France.

Die Mühen, müde Waden und vier Stürze sind vergessen, als am Ziel die Spendensumme fest steht: Mehr als 240 000 Euro sind es, darunter neben dem Riesenscheck von Hauptsponsor Leica viele weitere, zum Beispiel 500 Euro von der Arbeiterwohlfahrt Langgöns und 5000 Euro von der Firma Oculus, auf deren Gelände einer der acht Stopps stattfand. Sie alle tragen zum Gesamtergebnis bei. „Es war eine tolle Tour. Mit den 240 000 Euro sind wir in der Lage, weiter helfen zu dürfen“, sagt Späth.

Begonnen hatte die 22. Radtour bereits am Freitag. Bei einem festlichen Abend dankte MfK langjährigen Förderern und Sponsoren. Gesponsert wurde die Veranstaltung mit etwa 185 Gästen von Leitz-Park GmbH und Arcona-Hotelgruppe. Höhepunkt war eine besondere Scheckübergabe: Dieter Greilich erhielt von Leica-Chef Andreas Kaufmann die größte Einzelspende der Tour: 50 000 Euro. Auch der Nutzen der Arbeit von MfK wurde den Gästen verdeutlicht – unter anderem durch einen Vortrag eines Vertreters der DRK-Kinderklinik Siegen. Dort hat der Verein einen neue Station für missbrauchte Kinder wesentlich finanziert.


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Kommentare (1)
Es war die 22 Ausgabe.
Aber das ist egal es war wieder ein toller Tag.

(Anm. d. Red.: Ist korrigiert, vielen Dank.)
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