Mit Musik und Kunst gegen Rechts

POLITIK  Kreativität und Argumente gegen NPD-Veranstaltung am 24. März

So bunt reagiert Wetzlar, wenn Nationalisten und Rassisten die Deutungshoheit auf der Straße für ein paar Stunden übernehmen wollen: Gegendemo im April 2017. (Archivfoto: Wingender)

Den Umgang mit Nationalisten und Rassisten sind die Wetzlarer mittlerweile gewohnt. Allzu oft schon wurde diese Ideologie auf die Wetzlarer Straßen gekippt – die Bürger haben stets laut und erfolgreich dagegengehalten und gezeigt, dass ihre Heimat eine Stadt von Offenheit und Toleranz ist.

So ist es kaum verwunderlich, dass nach der unanfechtbaren Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs in Kassel, der NPD die Wetzlarer Stadthalle am 24. März für eine Veranstaltung zuzugestehen, die Gegenveranstaltungen bereits Form annehmen.

Die NPD setzt unter dem Titel „Familie – Heimat – Nation“ auf in rechten Kreisen bedeutende Gäste: Es sprechen unter anderem der hessische Landtags-Spitzenkandidat Daniel Lachmann, Wetzlars Fraktionschef Thassilo Hantusch und Christian Häger als Bundeschef der Nachwuchsorganisation „Junge Nationalisten“.

Bürger wollen die Straßen bunt machen

Musikalisch setzen die Veranstalter unter anderem mit „Oidoxie“ und insbesondere „Kategorie C“ auf echte Größen des Rechtsrocks. Der Anspruch der gesamten Veranstaltung strahlt weit über Wetzlar und den Lahn-Dill-Kreis hinaus.

Im vergangenen Jahr hatten sich in der Nacht vor der Demonstration „Aktivisten“ der rechten Szene vor dem Aufmarsch die Blöße gegeben, Kindermalereien auf der Straße heimlich zu entfernen. Sie müssen es wohl auch diesmal tun, denn die Gruppe „KreAktiv gegen Rechts“ im Wetzlarer Bündnis „Bunt statt Braun“ ruft dazu auf, am 23. März zwischen 14 und 17 Uhr das Umfeld der Stadthalle mit Kindern und Jugendlichen zu bemalen. Es schließt sich ein „Zug der Empörten“ von der Stadthalle durch die Altstadt bis zum Bahnhof an.

Ein Zeichen soll auch das „Festival der Demokratie“ am Versammlungs-Samstag sein, zu der eine breite Palette von Initiativen und Organisationen aufrufen, darunter der hauptamtliche Magistrat der Stadt, Kirchen und Gewerkschaften. Es findet ab 15 Uhr in der nahen Konrad-Adenauer-Anlage statt. Dort reden unter anderem Oberbürgermeister Manfred Wagner und Landrat Wolfgang Schuster (beide SPD). Die Technodisco beteiligt sich musikalisch.

Schon um 14 Uhr wird vor dem Bahnhof gegen die NPD-Tagung demonstriert. Der Protestzug zieht dann zum Demokratie-Festival.

Neben diesen friedlichen Bürgerprotesten aus der Region rechnen die Sicherheitsbehörden allerdings auch mit Gegendemonstranten aus der antifaschistischen Szene. (mgl)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2018
Mehr zum Thema
Kommentare (2)
@"Vollkommenheit" - es gab bereits einmal den Versuch, die Faschisten durch Wegschauen aufzuhalten. Hat nicht geklappt.

Ich werde am 24.03. gegen die NPD auf die Straße gehen und hoffe, dass es noch sehr viele andere mehr
tun. Wetzlar ist bunt, nicht braun.
Ich hätte nie gedacht, dass der Landrat und Wetzlarer Bürgermeister sich an so etwas beteiligen. Es ist ja nur noch Kindergarten. Eürden diesd sich den wirkluch wichtigen Fragen der Bürger stellen, als der NPD zu helfen mehr
Wasser auf die Mühle zu bringen. Sehr traurig. Wenn keiner demonstrieren würde gegen die NPD, bekäme sie weniger. Stimmen und Zulauf, man entzieht Ihnen damit due Energie. Aber die Hochstudierten machen grad das Gegenteil, es grenzt schon an . Dummheit was in unserm Land passiert. Die werden schon noch erleben was mit dem vielen Bunt in unserm Land passiert.
(Anm. d. Red.: Wegen Verstoßes gegen die Netiquette haben wir einen Teil des Kommentars gelöscht.)
Mehr aus Region Wetzlar