Mit zwei Zinken zum Sieg

Wettbewerb  Asim Özdemir steht im Finale des deutschen StaplerCups

Ähnlich wie hier dürfte es am Wochenende auf dem Schlossplatz in Aschaffenburg zugehen. (Foto: Linde)

(Foto: Heiland)

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Klingt nach „Wetten, dass...“, ist aber eine der Aufgaben, denen sich Asim Özdemir am kommenden Wochenende stellen wird. Denn vom 14. bis 16. September findet in Aschaffenburg der 13. StaplerCup, die Deutsche Meisterschaft im Staplerfahren, statt. 74 Männer und Frauen wollen den Titel. Mehr als 2000 Kandidaten haben zwischen Mai und Juli bei 25 Regionalmeisterschaften um die Qualifikationsplätze gekämpft. Der Aßlarer hat es geschafft und gehört so zu den besten Staplerfahrern Deutschlands.

Von den Teilnehmern werden vor allem Geschicklichkeit und Schnelligkeit gefordert

Der 46-Jährige war schon öfter dabei, erzählt er, viermal insgesamt stand er im Bundesfinale. Sein bestes Ergebnis war ein sechster Platz.

Das wird sich nun ändern, hofft er. Was muss man können, um vorne dabei zu sein? „Als Erstes gut Stapler fahren können“, sagt Özdemir und grinst. „Man muss es auch mögen“, sagt er. Nicht jeder, der im Beruf tagtäglich Stapler fährt so wie er bei Küster in Ehringshausen, mag das auch noch zum Spaß in seiner Freizeit tun.

Vor allem aber sind Geschicklichkeit und Schnelligkeit gefordert, um knifflige Aufgaben wie die erwähnte zu bewältigen. Oder diese:

Drei Minifässer stehen auf einer Europalette und müssen umgesetzt werden. Es wird noch besser: Um diese kleinen Fässer zu bewegen, muss er einen Ministapler nutzen, der wiederum auf einem Zinken eines echten großen Staplers steht. Genau auf einer Markierung sollen die Fässchen dann auch stehen. Und das Ganze soll möglichst schnell passieren.

„Die Weite einzuschätzen, ist schon schwer und erfordere ein gutes Auge“, sagt Özdemir. Ach ja, etwas Glück gehört auch noch dazu. Denn viel üben kann er nicht, die Aufgaben, die kommen, hat er erst am Freitag erfahren.

Drei Tage dauert das Spektakel in Aschaffenburg. Eigens für den Wettbewerb wird der gepflasterte und daher eher holprige Schlossplatz asphaltiert; der Asphalt wird später wieder entfernt, weiß der zweifache Vater. Am Rande der Arena werden viele Zuschauer das Geschehen verfolgen, darunter auch eine kleine Schlachtenbummlergruppe aus der Heimat: seine Frau und sein Chef.

Spaß macht die Sache auf jeden Fall, sagt Özdemir, der Wettbewerb selbst und die Party danach auch. Und ein Rahmenprogramm für kleine und große Staplerfans gibt’s auch. Höhepunkt ist ein Open-Air-Konzert bei „Night of Champions“ mit Michael Patrick Kelly nach der Siegerehrung am Abend des 16. September.

Für den Aßlarer wären auch Platz 2 oder 3 ein Grund zur Freude

Der Aßlarer hofft natürlich auf den Sieg, aber auch Rang 2 oder 3 wären für ihn ein Grund zur Freude, denn die drei Erstplatzierten dürfen beim internationalen StaplerCup antreten. „Ein bisschen wie in der Champions League“ sei das.

Das Staplerfahrer war ihm nicht (bildlich gesprochen) in die Wiege gelegt. Seit 27 Jahre ist er bei Küster, war zuerst in der Qualitätssicherung. Nun sitzt seit etwa 1995 auf dem Bock. Ein schwarz-roter „Linde“ ist sein Stolz. Seit 2004 steuert er das 42 000 Euro teure und rund 20 km/h schnelle Gefährt durch Höfe und Hallen. Er habe den Stapler noch nie gegen eine neuen ausgetauscht, das sei nicht nötig, er habe ihn gut gepflegt; ein Vorteil, wenn man alleine damit arbeitet und nicht noch andere „auf dem Bock rumhüpfen“.

Nach Aschaffenburg kommt das gute Stück nicht mit, für den Wettbewerb bekommen sie die neuesten Modelle. Ob Özdemir danach tauschen möchte ...?

Das Finale wird ab etwa 19 Uhr übertragen hier per Livestream.


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