Nach Messer-Angriff: Wetzlarer vor Gericht

JUSTIZ Anklage wirft versuchten Totschlag vor

Die Tat ereignete sich im September vorigen Jahres in einer Wohnung in Niedergirmes. Der Angeklagte beteuert, er habe in Notwehr gehandelt, das Verletzungsopfer bestreitet das.

Der Angeklagte ist Vater zweier damals 25 und 19 Jahre alter Söhne. Der Mann soll laut Anklage mit seinem älteren Sohn und einem 20 Jahre alten Freund von diesem in einer Kneipe gesessen haben. Dort habe er den beiden auch gesagt, dass er sie anschließend nicht in seiner Wohnung haben wolle.

Als er schließlich nach Hause kam, habe aber der Kumpel des Sohnes in seinem Bett gelegen. Der Angeklagte sei verärgert gewesen und habe den ungebetenen Schlafgast hinauswerfen wollen, so die Anklage. Es soll zu einem Streit gekommen sein, der 20-Jährige habe den 45-Jährigen beleidigt. Laut Staatsanwalt griff sich dieser ein auf dem Kühlschrank liegendes Küchenmesser mit einer 17 Zentimeter langen Klinge und zielte damit auf die linke Seite des Halses und die Schulter des 20-Jährigen. Dieser habe zu seinem Schutz beide Arme hochgerissen, dadurch landete das Messer im linken Unterarm des jungen Mannes.

Sohn will nicht aussagen

Der Verletzte sei darauf in das Zimmer des jüngeren Sohnes des Mannes gelaufen, um sich von diesem verbinden zu lassen. Der ältere Sohn habe unterdessen auf seinen Vater eingeschlagen und -getreten. Ein Rechtsmediziner sagte vor Gericht, der heute 26-Jährige habe damit wohl Schlimmeres verhindert. Er sagte auch: Wäre der Messerstich statt im Arm im Hals- und Schulterbereich angekommen, hätte das für den 20-Jährigen lebensbedrohliche Folgen haben können.

Der 26-Jährige hat von seinem Zeugnisverweigerungsrecht gegenüber seinem Vater Gebrauch gemacht. Der jüngere Sohn, der noch beim Vater wohnt, und die ebenfalls zur Tatzeit anwesende Freundin waren der Ladung zur Zeugenaussage nicht gefolgt.

Der Prozess wird fortgesetzt.


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