Party, Schubert und ein Sprayer

UMFRAGE Kulturschaffende verraten, worauf sie sich in 2017 besonders freuen

Frank Dauer freut sich vor allem auf „LaBrassBanda“. (Foto: Atelier Poschauko)

„Der letzte der feurigen Liebhaber“ kehrt zurück ins Kellertheater. Mit dabei: Jessica Wingenbach und Roland Groß. (Foto: Neues Kellertheater)

Mechthild Großmann leiht der Rosinante ihre markante Stimme. (Foto: Marcus Lieberenz)

Traumwandler in der „KulturStation“: Klaus Lüpertz. (Foto: privat)

Seine Strichmännchen, von Wolfgang Spiller im Bild festgehalten, haben den Sprayer Harald Naegeli berühmt gemacht. (Foto: Spiller)

Frank Dauer

Margret Uellenberg

Sebastian Kupetz

Marion Grundmann

Boris Rupp

Auf den Startenor Pavol Breslik freut sich Vorsitzender Boris Rupp besonders. (Foto: Neda Navaee)

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Frank Dauer (Geschäftsführer Kultursommer Mittelhessen) stellt fest: „ Ich habe immer eine Hand voll Veranstaltungen, die ich persönlich besonders mag. Unser Eröffnungskonzert beispielsweise auf dem Landgrafenschloss in Biedenkopf mit „Federspiel“ aus Wien am 10. Juni ist ganz große Kunst.

Doch in diesem Jahr ist mein Favorit eindeutig unser „LaBrassBanda“-Konzert am 4. Juli in Wetzlar. Nicht, weil wir schon seit vier Jahren um ein Engagement der Band kämpfen. Auch nicht nur, weil die Musiker am Vorabend des Ochsenfestes das Bierzelt richtig rocken und ein unvergessliches Konzert hinlegen werden. Aus Anlass unseres 25-jährigen Jubiläums feiere ich an diesem Abend zusammen mit Künstlern, Veranstaltern und all denen, die den Kultursommer schon lange unterstützen. Deshalb freue ich mich besonders auf interessante Gespräche und eine ausgelassene Party mit „LaBrassBanda“.

Info: www.kultursommer-mittelhessen.de

Margret Uellenberg (2. Vorsitzende Kunstverein) hat den 1. Oktober rot markiert. Denn dann ist die Vernissage für die Ausstellung von Harald Naegeli. Er ist als der „Sprayer von Zürich“ berühmt geworden, weil er Ende der 1970er Jahre nachts seine illegalen Wandzeichnungen auf Gebäude und Plätze in Zürich zeichnete; er muste dafür sogar ins Gefängnis. Heute gelten seine Strichmännchen als Kunst, ist der 77-Jährige ein international geachteter Künstler und wird als ein Vorläufer der Street Art bezeichnet. Zweiter im Bunde ist der Fotograf Wolfgang Spiller. Er hat die Zeichnungen Naegelis all die Jahre dokumentiert.

Info: www.wetzlarer-kunstverein.de 

Heike Hermenau („KulturStation“) hat den 17. März im Blick. Dann geht es um „Die Magie des Traumwandlers“ von und mit Klaus Lüpertz. Der „Traumwandler“ nimmt sein Publikum mit auf eine Reise durch die eigenen Träume, Wünsche und Sehnsüchte. Der Düsseldorfer verspricht einen Abend, der die Grenzen der Vorstellungskraft sprengen wird, wenn er geheimste Träume kennt und diese wahr werden lässt. Lüpertz vermöge es, so Hermenau, Menschen auf eine herzliche und natürliche Weise sowie mit Humor mit ihren Träumen in Verbindung zu bringen und ihnen Mut zu machen, sie zu verwirklichen.

Info: www.kulturstation-wetzlar.de

Sebastian Kupetz (Neues Kellertheater) freut sich besonders auf die geteilte Spielzeit im kommenden Frühjahr, da sie zwei sehr erfolgreiche Stücke aus dem vergangenen Jahr enthält und dem Publikum somit zwei Komödien anbietet, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Während „Der letzte der feurigen Liebhaber“ (4. bis 18. März) mit subtiler Komik und einer gewissen Ernsthaftigkeit als Satire einzustufen sei, gebe sich „Lauf doch nicht immer weg!“ (1. bis 30. April) mit seinem Tempo und dem Verwirrspiel als Farce zu erkennen, sagt Kupetz.

„Der letzte der feurigen Liebhaber“ wurde im Rahmen der Festspiele 2016 im Hofgut Hermannstein gespielt. Da alle Vorstellungen schnell ausverkauft waren und es immer wieder Nachfragen gab, entstand die Idee, es 2017 neu aufzunehmen. Die aufwändigen Umbauarbeiten für das „Seussical“ im Winter sorgten dafür, dass es für „Lauf doch nicht immer weg!“ 2016 eine kürzere Spielzeit gab. „Viele unserer Gäste mussten wir vertrösten, da es auch hier schnell keine Karten mehr zu bekommen gab, weshalb wir im neuen Jahr einige Vorstellungen nachholen.“

Info: www.kellertheater-wetzlar.de

Für Marion Grundmann (Intendantin) sind natürlich die Festspiele 2017 als Gesamtevent der Höhepunkt des Jahres. „Sowohl das so genannte Rahmenprogramm, das von engagierten Wetzlarer Gruppierungen und Ensembles gestaltet wird, als auch das Hauptprogramm mit Gastspielen aller Sparten der darstellenden Künste und Musik sind bunt und vielfältig und lohnen den Besuch.“ Stellvertretend hat sie eine Veranstaltung herausgegriffen, die das Festspielmotto „eigen-sinnig“ besonders sinnfällig kennzeichne: Die Abenteuer des Don Qichote, ein Hörstück nach Cervantes. Mechthild Großmann (bekannt als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm im Münsteraner „Tatort“) liest am 23. Juli Kapitel des Romans von Cervantes und amüsiere ihr Publikum, insbesondere, wenn sie Ereignisse aus Sicht der Rosinante schildert. Dazu spielt das Musikensemble „lautten compagney Berlin“ spanische Renaissance-Musik – „eine authentische Interpretation“, so Intendantin Marion Grundmann.

Info: www.wetzlarer-festspiele.de

Boris Rupp (Kulturgemeinschaft) freut sich auf ein „absolutes Highlight“: Die Eröffnung der Spielzeit 2017/2018 am 15. Oktober mit einer europaweiten Premiere. „Der Startenor Pavol Breslik, am Flügel begleitet von Amir Katz, wird nach seinem Auftritt im Rahmen des Kultursommers Mittelhessen 2015 erneut bei uns in Wetzlar zu Gast sein. Dieses Mal wird er Schuberts Liederzyklus ,Die Winterreise‘ zu Gehör bringen. Es handelt sich um die erste öffentliche Aufführung des Werkes mit Pavol Breslik. Schubert komponierte diesen, aus 24 Liedern für Singstimme und Klavier bestehenden Zyklus im Herbst 1827, ein Jahr vor seinem Tod.“ Breslik ist an allen großen Opernhäusern zu Gast. Zuletzt war er an der Nationaloper München und der Oper Zürich zu hören. Und: Am 15. Januar singt er zur Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg für den erkrankten Jonas Kaufmann.

Info: www.wetzlarer-kulturgemeinschaft.de


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