Pfeiffer-Aufsichtsratschef wirft hin

ATTACKE Busch-Gruppe fordert Abwahl, um "Unabhängigkeit des Gremiums herzustellen"

Aufsichtsratschef Michael Dondorf hat überraschend seinen Rückzug beim Aßlarer Vakuumspezialisten Pfeiffer Vacuum angekündigt. (Archivfoto: Pfeiffer Vacuum)

Aufsichtsratschef Michael Oltmanns (l.) geht, Wolfgang Dondorf (r.) soll nach dem Willen der Busch-Gruppe für Wolfgang Lust nachrücken. Dondorf war bis 2007 Vorstandschef. (Archivfotos: Gross/Pfeiffer Vacuum)

Aufsichtsratschef Michael Oltmanns (l.) geht, Wolfgang Dondorf (r.) soll nach dem Willen der Busch-Gruppe für Wolfgang Lust nachrücken. Dondorf war bis 2007 Vorstandschef. (Archivfotos: Gross/Pfeiffer Vacuum)

Bild 1 von 3

Überraschend hat die Busch-Gruppe am Montag eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie von Pfeiffer Vacuum unverzüglich die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung verlangt. Für die Versammlung beantragte das Vakuum-Unternehmen aus dem Schwarzwald die Abwahl von Pfeiffer-Aufsichtsratschef Michael Oltmanns. Auf der regulären Hauptversammlung in Wetzlar Ende Mai hatten 51,49 Prozent der anwesenden Aktionäre Oltmanns die Entlastung verweigert. Zur Übernahme des Aufsichtsratsvorsitzes schlug die Busch-Gruppe mit Ayla Busch ihre geschäftsführenden Gesellschafterin vor.

„Wirtschaftliche Eigeninteressen“ sowie „fehlende Unparteilichkeit und Professionalität“ als Aufsichtsratsvorsitzender hätten sich bei Oltmanns im Rahmen des Übernahmeverfahrens und insbesondere auf der Hauptversammlung gezeigt. „Wir können daher nicht bis zur ordentlichen Hauptversammlung im nächsten Jahr warten“, sagte Ayla Busch.

Ex-Vorstandschef Wolfgang Dondorf soll nach dem Willen des Kaufinteressenten Wolfgang Lust beerben

Neben Oltmanns soll nach dem Willen von Busch auch Wolfgang Lust seinen Posten als Aufsichtsratsmitglied räumen, „um die Überwachung, Unabhängigkeit und Unparteilichkeit des Aufsichtsrats insgesamt wiederherzustellen“, hieß es in der Mitteilung. Eine echte Überraschung ist der Vorschlag für die Nachfolge Lusts: Wolfgang Dondorf, bis 2007 selbst Vorstandschef bei Pfeiffer Vacuum. Dondorf hatte den Aßlarer Spezialpumpenhersteller 1996 an die Börse geführt. In der Hauptversammlung Ende Mai hatte er als Redner deutliche Kritik an seinem Nachfolger Manfred Bender geübt sowie am Umgang des Pfeiffer-Vorstands mit der Übernahme-Offerte durch die Busch-Gruppe und dafür durchaus Zuspruch von Teilen der Aktionärsfamilie erfahren.

Busch sieht in Dondorf einen „qualifizierten und unabhängigen“ Kandidaten für den Aufsichtsrat, der „als unabhängiges und integratives Mitglied wirken wird“. Auf die Busch-Forderung reagierte Pfeiffer Vacuum umgehend mit einer Adhoc-Mitteilung, nach der Oltmanns sein Mandat mit Wirkung zum Ablauf des 25. Oktober niederlegt. Oltmanns gehörte dem Aufsichtsrat seit 1996 an, seit 2001 als Vorsitzender. Vorstand und Aufsichtsrat bedauerten den Rücktritt und dankten dem Rechtsanwalt für dessen „großes Engagement“. Darüber hinaus äußerte sich Pfeiffer Vacuum auch auf Nachfrage nicht weiter zu der erneuten Attacke der Busch-Gruppe.

Als einen dritten Tagesordnungspunkt für die außerordentliche Hauptversammlung beantragte Busch die Bestellung eines Sonderprüfers. Geprüft werden soll demnach insbesondere das Verhalten von Pfeiffer-Vorstand und -Aufsichtsrat in Bezug auf das erste und das zweite freiwillige Übernahmeangebot der Busch-Gruppe. Busch hält aktuell knapp über 30 Prozent der Anteile an Pfeiffer Vacuum.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2017
Mehr zum Thema
Kommentare (0)
Mehr aus Aus der Wirtschaft