Polizei zieht Taxen aus dem Verkehr

Fahrzeugüberprüfungen am laufenden Band: Auch an der Autobahn A 45 bei Wetzlar wurde kontrolliert. (Foto: J. Fritsch)

Neben der Verkehrsüberwachung wie Schwerverkehr-, Geschwindigkeits- oder Ladungskontrollen richteten die Ordnungshüter ihr Augenmerk auch auf Tätergruppen, die die mittelhessischen Autobahnen als sichere Routen für ihre Straftaten nutzen. Unterstützt wurde die Polizei von Mitarbeitern des Regierungspräsidiums Gießen und verschiedener Kommunen.

Den Lkw-Verkehr nahm die Polizei unter anderem auf dem Parkplatz "Limes" auf der A5 bei Garbenteich (Landkreis Gießen) unter die Lupe. Insgesamt kontrollierten die Ordnungshüter hier 30 Laster. Bei jedem dritten Brummifahrer registrierten die Polizisten Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten. Hier kommen saftige Geldbußen auf die Betroffenen zu. Drei Fahrern musste wegen mangelnder Ladungssicherung die Weiterfahrt untersagt werden. Nachdem sie ihre Fracht besser gesichert hatten, durften sie ihre Tour fortsetzen.

Gleich mit mehreren zivilen Streifen nahmen die Ermittler der mittelhessischen Verkehrsdienste und der Polizeiautobahnstation Mittelhessen (Butzbach) Alkohol- und Drogenfahrer ins Visier. Hierbei stoppten sie 81 Fahrzeuge und kontrollierten die Fahrer auf den Konsum berauschender Mittel. In drei Fällen standen die Autofahrer unter Drogeneinfluss. Sie mussten sich einer Blutentnahme unterziehen und müssen nun mit einer Strafe wegen des Fahrens unter Drogeneinfluss rechnen. Außerdem stellten die Ordnungshüter geringe Mengen an Betäubungsmitteln sicher.

Am Kontrolltag ließen sich sogenannte "Schlepperfahrzeuge" der Polizei im Fahrzeugverkehr mittreiben und lotsten verdächtige Fahrzeuge oder Personen in die Kontrollstellen der A45 bei Wetzlar und der A5 bei Mücke. An beiden Kontrollstellen unterzogen die Polizisten insgesamt 137 Fahrzeugen einer Überprüfung. Diebesgut oder gesuchte Straftäter traten dabei nicht zutage. Quasi als Nebeneffekt ahndeten die Polizisten mehrere Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten, gegen die Ladungssicherung und die Gefahrgutverordnung.

Nicht schlecht staunten die Ordnungshüter an der A5, als sie die Ladefläche eines 7,5-Tonners mit Ausfuhrkennzeichen kontrollierten. Der Klein-Lkw war im Rahmen eines Umzuges in Richtung Mannheim unterwegs. Als sich die Ladeklappe öffnete, sprangen ein Kind und ein Heranwachsender vom Laster. Da die drei Sitzplätze in der Fahrerkabine bereits besetzt waren, hatten die beiden kurzerhand zwischen den Möbeln und anderen Gegenständen "Platz" genommen. Für den Fahrer werden ein Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg fällig. Anschließend musste er den Transport der beiden jungen Menschen bis nach Mannheim organisieren.

Ohne einen gültigen Aufenthaltstitel für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland war ein Pärchen auf der A 5 bei Mücke unterwegs. Der 32-jährige Mann und seine 35-jährige Partnerin stammen aus Georgien und waren ohne Visum nach Deutschland eingereist. In Absprache mit der Ausländerbehörde mussten die beiden eine Sicherheitsleistung hinterlegen, anschließend ging die Fahrt weiter in Richtung Frankreich.

Drei Taxen werden in Gießen aus dem Verkehr gezogen

In Gießen nahmen die Polizisten in der Innenstadt Taxen und Minicars unter die Lupe. Im Bereich der Ostanlage hielten sie 43 Minicars und 9 Taxen an. Keines der Fahrzeuge oder dessen Fahrer blieb ohne Beanstandung. Neben Verstößen gegen die Mitführpflicht einer Warnweste, des Erste-Hilfe-Materials oder eines Warndreiecks ahndeten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes gerade bei den Minicarfahrern gewerberechtliche Verstöße, die Geldbußen bis zu 150 Euro zur Folge haben. So war der zwingend vorgeschriebene Wegstreckenzähler in 19 Fahrzeugen überhaupt nicht vorhanden oder die Genehmigungsurkunde zum Betrieb als Minicar wurde nicht mitgeführt.

In drei Fällen untersagten die Polizisten die Weiterfahrt, da die Minicars grundsätzlich nicht für Personentransporte dieser Art zugelassen waren. Die der Sicherheit des Fahrers dienende Alarmanlage, die er während der Fahrt zum Beispiel bei einem Überfall vom Sitz aus betätigen werden kann, funktionierte in acht Fahrzeugen überhaupt nicht. In einem Fahrzeug war sie komplett ausgebaut worden. Neben diesen Verstößen zeigten die Polizisten und Mitarbeiter des Zolls und des Ordnungsamtes noch eine Rotlichtfahrt und mehrere Handy und Gurtverstöße an.

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Bereitschaftspolizei richteten Mitarbeiter der Polizeiautobahnstation Mittelhessen (Butzbach) eine Kontrollstelle auf der Tank- und Rastanlage "Reinhardshain" an der A5 ein. Wenige Kilometer vor dem Rastplatz, am Reiskirchener Dreieck hatten sie eine Geschwindigkeitsmessanlage aufgebaut. Auch hier wurden sogenannte "Schlepperfahrzeuge" eingesetzt, die sich an die Fersen eines Rasers hefteten, ihn einholten und auf die Rastanlage leiteten. Insgesamt waren 473 Fahrer deutlich zu schnell. 41 Raser konnten durch die Schlepper "eingefangen" und auf "Reinhardshain" kontrolliert werden. Hiervon müssen zwölf mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten, weil sie 41 km/h oder schneller als erlaubt unterwegs waren. Außerdem werden Punkte und ein Bußgeld fällig.

Der Verkehrsdienst Marburg-Biedenkopf konzentrierte sich auf dem Parkplatz "Spielwiese" der B62 unter anderem auf die Kleintransporter der sogenannten "Sprinterklasse". Sie überprüften 25 dieser Fahrzeuge. Gegen vier Fahrer leiteten die Polizisten Verfahren wegen Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten ein. Wegen unsicherer Ladung endete für zwei Transporterfahrer ihre Fahrt an der Kontrollstelle. Sie durften erst weiterfahren, nachdem sie ihre Güter ordnungsgemäß festgezurrt hatten. Am Abend überprüften die Verkehrsexperten am Bahnhof in Marburg Taxi- und Minicarfahrer. Hier nahmen sie über 30 Taxen und sogenannte "Mietwagen" in Augenschein. Gravierende Mängel stellten die Ordnungshüter nicht fest, dennoch ahndeten sie 11 kleinere Verstöße, wie zum Beispiel das Fehlen von Unterlagen oder Notfallmitteln.

Im Lahn-Dill-Kreis überwachte der Regionale Verkehrsdienst an zwei Kontrollstellen die Verkehrssicherheit. Am Montagnachmittag stoppten die Kolleginnen und Kollegen am provisorischen Kreisverkehr der B277 bei Sechshelden Kleintransporter. An diesem Verkehrsknotenpunkt zwischen Dillenburg und Haiger, in direkter Nähe zur Autobahnauffahrt auf die A45 mussten sich insgesamt 27 "Sprinter" einer Kontrolle unterziehen. Die Polizisten registrierten sechs Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten und stellten bei einem Transporterfahrer fest, dass er den elektrischen Fahrtenschreiber nicht korrekt eingestellt hatte. Gleich zu Beginn der Kontrolle stoppten sie einen augenscheinlich überladenen Mercedes Sprinter. Der hatte mehrere tausend Getränkedosen und -flaschen geladen. Bei einer Wägung brachte es das Fahrzeug auf eine Überladung von über einer Tonne. Hierfür kommt auf den Fahrer und den Halter jeweils eine Geldbuße von 235 Euro zu. Als die Polizisten die Ladung genauer in Augenschein nahmen, stellten sie fest, dass den Dosen und PET-Flaschen die Pfandmarken fehlten. Dies stellte einen Verstoß nach der Verpackungsverordnung dar, da die Entsorgung pfandfreier Behälter nicht geregelt ist. Nach Auskunft des Regierungspräsidiums Gießen werden die Getränke deshalb als Müll angesehen und müssen vernichtet werden. Die Strafe hierfür setzt das RP Gießen fest. Die etwa 2.500 Getränkebehälter warten nun in einer Polizeigarage auf ihre Entsorgung.

Gegen Abend legten die Mitarbeiter des Verkehrsdienstes ihren Fokus auf die Geschwindigkeitsüberwachung rund um den Aartalsee. Hier sorgte ein 32-jähriger Porschefahrer für den traurigen Rekord des Tages. Der war mit seinem Sportwagen auf der B255 (100 km/h Höchstgeschwindigkeit) von Bischoffen-Niederweidbach in Richtung Oberweidbach unterwegs. Als das Messgerät der Polizisten auslöste, standen 201 km/h auf dem Display. Der Herborner wird nun drei Monate auf seinen Führerschein verzichten müssen. Zudem werden 600 Euro Bußgeld fällig und sein Kontostand in Flensburg steigt um zwei Punkte. Auch die an dem Porsche installierte Auspuffanlage hielt einer Überprüfung der Polizisten nicht stand. Die Betriebserlaubnis erlosch, weil er sich eine manuell schaltbare Sportauspuffanlage eingebaut hatte. Hier kann der Fahrer mittels eines Schalters im Fahrzeuginneren den "Sound" des Auspuffs regulieren. Weitere drei Autofahrer rasten so schnell durch die "Blitzstelle", dass sie ebenfalls für mindestens einen Monat auf ihren Führerschein verzichten müssen.


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Kommentare (9)
Damit wir uns dazu auch mal zu Wort gemeldet haben: http://www.duden.de/rechtschreibung/Taxe. An unserer Version ist demnach nichts auszusetzen. Taxen war früher der ausschließlich möglich Plural, Taxis wurde später als mehr
weitere Möglichkeit zugelassen. Und jetzt bitte nicht mehr streiten :)
Noch einmal:
Taxen ist NICHT falsch.

Plural von Taxi ist Taxis.
Plural von Taxe ist Taxen.

Taxi = Taxe
Ein Synonym. Alles klar?
bluebonnet: Wie war das mit dem "wenn man keine Ahnung hat"?!?

Tja, Mensch, da sagen sie was...

http://www.duden.de/rechtschreibung/Taxis_Taxi

Von Pizzas und mehr
Pizzen...
http://www.duden.de/rechtschreibung/Pizza

oder von Atlanten und Atlassen...
http://www.duden.de/rechtschreibung/Atlas_Kartensammlung
Der Plural von Taxi ist Taxen - ebenso wie der Plural von Pizza Pizzen und der von Atlas Atlanten ist. Punkt!
Hinsichtlich der Vorbildfunktion haben Sie, Herr Schwerer_Gustav, durchaus Recht.
Ich stimme Ihnen auch zu, mehr
dass es wichtigeres gibt, als sich über die korrekte Deklination deutscher Substantive zu unterhalten (wenngleich ich persönlich dieses Thema als immens wichtig erachte).
ABER wenn Sie schon dieser Meinung sind, dann sollten Sie sich Ihre "Randbemerkungen" sparen und Ihren Unterton bleiben lassen, denn die Erde ist keine Scheibe und der korrekte Plural IST TAXEN!!!

Wie war das mit dem "wenn man keine Ahnung hat"?!?
Ich bin der Auffassung, dass sich Menschen - inbesondere Heranwachsende - hinsichtlich Rechtschreibung an einer/ihrer renomierten Tageszeitung orientieren können sollten. Insoweit kommt der Redaktion aus meiner Sicht mehr
eine gewisse Vorbildstellung zu.

Ebenso bin ich aber auch der Meinung, dass es auf der Welt sicher Wichtigeres gibt, worüber es sich zu diskutieren lohnt. In diesem Sinne, nichts für ungut.
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