Prozess um Woolrec beginnt

Drei Jahre nach der Anklage wegen unerlaubten Umgangs mit Abfällen in mehr als 50 Fällen soll es zum Prozess gegen den Chef der ehemaligen Braunfelser Recyclingfirma Woolrec und deren Gutachter kommen. (Archivfoto: Dedert/dpa)

Mehr als fünf Jahre nach der Stilllegung der Mineralfaserfirma Woolrec im Braunfelser Stadtteil Tiefenbach beginnt der Prozess gegen zwei Beteiligte. Der frühere Firmeninhaber und ein Gutachter stehen vom kommenden Dienstag an (23. Januar) unter anderem wegen unerlaubten Umgangs mit Abfällen vor dem Landgericht Gießen.

Woolrec hatte Abfälle gefährlicher künstlicher Fasern verarbeitet. Dabei entstand ein für die Ziegelindustrie bestimmtes Produkt. Herstellen durfte die Firma dieses aber nur auf eine von den Behörden genehmigte Art und Weise, wie ein Justiz-Sprecher erläuterte. Den Angeklagten wird demnach vorgeworfen, sich nicht an die Rezeptur gehalten und so möglicherweise die Umwelt gefährdet zu haben. Der Gutachter soll das Produkt trotz der Abweichungen für in Ordnung befunden haben.

Woolrec war nach langem Streit um eine mögliche Schadstoffbelastung im Herbst 2012 stillgelegt worden. Anwohner fürchteten damals um gesundheitliche Folgen. Sie warfen zudem der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Regierungspräsidium Gießen, Untätigkeit vor, was dieses zurückwies. Die Firma sei „weit über das übliche Maß“ und „so oft wie kein anderes mittelhessisches Unternehmen“ kontrolliert worden, teilte ein Sprecher mit.

Das Landgericht Gießen rechnet mit einem aufwendigen und langwierigen Verfahren. Nach Angaben des Justiz-Sprechers sind bis Juli rund 20 Prozesstage geplant. (lhe/go)


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