Schweine beenden Rasensaison

Wild  Großfeld der Bezirkssportanlage verwüstet / Schaden von rund 50 000 Euro

Wildschweine haben den Rasenplatz der städtischen Bezirkssportanlage in Büblingshausen verwüstet. Sportamtsleiter Wendelin Müller, der RSV-Vorsitzende Dieter Schulz, Revierförster Thomas George und Nina Bußweiler von der städtischen Sportplatzpflegekolonne begutachten den Schaden. (Foto: Gross)

Auf beinahe der Hälfte des Großfeldes wurde die Grasnarbe von Wildschweinen etwa zehn Zentimeter tief abgetragen. Dieter Schulz, Vorsitzender des RSV Büblingshausen, sieht sich die Misere am Montagmorgen an. Für ihn ist sofort klar, dass damit „der Spielbetrieb auf dem Großfeld für diese Saison beendet ist“.

Seit dem Bau der Bezirkssportanlage 1979 habe es dort nie Probleme mit Wildschweinen gegeben – bis vor zwei Jahren, sagt Schulz. Damals wurden Löcher im Zaun, der die komplette Anlage umgibt, geflickt. Doch übers vergangene Wochenende fanden die Tiere in gleich drei Nächten erneut einen Durchschlupf.

Zu flicken ist der Rasenplatz nicht mehr. Die obere Schicht auf der beschädigten Seite wird abgetragen, mit einem speziellen Erdgemisch für Rasenplätze aufgefüllt und neu eingesät werden müssen, erklärt Nina Bußweiler, Leiterin der städtischen Sportplatzpflegekolonne. Sportsamtsleiter Wendelin Müller rechnet mit Kosten von 40 000 bis 50 000 Euro. Gemeinsam mit einem Raseningenieur soll nach der besten Lösung gesucht werden. Ebenso werde mit dem zuständigen Jagdpächter das Gespräch gesucht, so der Sportamtsleiter.

Situation wird sich in den nächsten Wochen und Monaten nach Meinung des Försters verschärfen

Laut Müller wüteten vor zwei Wochen Wildschweine auch auf dem Rasenplatz in Blasbach – jedoch lange nicht so massiv wie nun in Büblingshausen. Revierförster Thomas George ist überzeugt, dass sich das Problem in den nächsten Wochen und Monaten verschärfen wird. Es sei ein Jahr mit vielen Eicheln und Eckern, doch die Schweine suchten auch Mäuse und Würmer. Weil der Wald viel zu trocken sei, seien über den Sommer gewässerte, feuchte Rasenflächen bevorzugtes Ziel der Tiere.

Insgesamt habe die Wildschweinpopulation zuletzt deutlich abgenommen, sagt George. Gründe dafür seien ein geringes Nahrungsangebot im Vorjahr und ein kalter März gewesen, in dem viele Frischlinge erfroren seien. Im Juni/Juli seien dann aber viele Jungtiere nachgekommen.

Im RSV wird nun über Spielverlegungen beraten und und nach Ausweichplätzen gesucht. Das Sportamt will dabei unterstützen. Der Belegungsplan ist eng, alle Plätze in der Bezirksportanlage sind voll ausgebucht. Über 20 Jugendmannschaften verfügt der Verein. Für die Jüngeren wurden auf dem unbeschädigten Teil des Großfelds schon zwei neue Kleinfelder vermessen. „Zum Glück haben wir noch den Kunstrasenplatz“, so Schulz.

Nach der Stelle, an der die Wildscheine durch den Zaun kamen, wird noch gesucht. Als Sofortmaßnahme soll ein Weidezaun mit Strom aufgestellt werden, um weitere Angriffe zu verhindern.


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