Schweinepest auf dem Vormarsch

SEUCHEN Der Lahn-Dill-Kreis informiert / Jäger und Halter sollen Proben einreichen

Der Lahn-Dill-Kreis wirbt wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest um besondere Vorsicht. (Foto: Fredrik von Erichsen/dpa)

„Ende Juni sind die ersten Fälle des hochansteckenden Virus in der Tschechischen Republik bekannt geworden und auch in Polen hat es schon Ausbrüche gegeben. Damit ist die Pest nur noch rund 300 Kilometer von der deutschen Grenze und 800 vom Lahn-Dill-Kreis entfernt“, sagt Veterinäramtsleiter Hans-Joachim Stumpf und ruft Nutztierhalter, Jäger und Tierärzte zu ganz besonderer Vorsicht auf.

Es sei laut Stumpf wichtig, sich strikt an die Hygienevorschriften, sowohl in der Schweinehaltung als auch in der Jagd, zu halten. Die empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen sollten dringend eingehalten werden. Damit können Landwirte ihre Schweine gut schützen und das Risiko einer Infektion drastisch senken.

Nutztierhalter, Jäger und Tierärzte sollten zusätzlich genau beobachten, ob ihnen unklare Erkrankungs- oder Todesfälle bei Schweinen auffallen. Wenn ja, muss eine umgehende Meldung an das Veterinäramt erfolgen.

Das Veterinäramt des Lahn-Dill-Kreises empfiehlt Jägern, zusätzlich zur Trichine-Probe ihrer erlegten Schweine auf alle Fälle die erforderlichen Monitoring-Proben einzusenden.

Jäger, die verendete Tiere entdecken, werden außerdem gebeten, eine Tupferprobe zu entnehmen und diese ebenfalls einzureichen. Damit kann eine mögliche Infektion mit ASP bei Wildschweinen im Lahn-Dill-Kreis früh erkannt werden. Der Tupfer sollte mit blutiger Flüssigkeit getränkt werden. Geeignete Tupfer werden beim Veterinäramt (Schlossstraße 20, Herborn) ausgegeben und sollten vollgesogen und im beiliegenden Röhrchen verpackt auch wieder dort abgegeben werden. Der Postversand ist ebenfalls möglich.

Wie sehen die Symptome der ASP bei Wild- und Hausschweinen eigentlich aus?

Die Afrikanische Schweinepest führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung und endet fast immer tödlich.

Symptome können sein: Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme. Es kann zu Nasenbluten und Durchfall kommen. Außerdem neigen infizierte Tiere zu desorientiertem Verhalten, Bewegungsunlust und verringerter Fluchtbereitschaft. Die ASP führt in den meisten Fällen innerhalb von sieben bis zehn Tagen zum Tod. Menschen können sich mit dem Virus nicht anstecken.

Das Virus kann direkt von Schwein zu Schwein über Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut, oder indirekt über vom Schwein stammende Lebensmittel oder Gegenstände, die mit dem ASP-Virus kontaminiert sind, übertragen und damit weiterverbreitet werden. (red)

Die strikte Einhaltung von Hygienemaßnahmen spielt dabei eine Schlüsselrolle:

  • Essensreste nicht an Schweine verfüttern.
  • Unkontrolliert aus Ländern, in denen die ASP aufgetreten ist, mitgebrachte Schweinefleischprodukte bergen Gefahren.
  • Generell auf gute Betriebshygiene achten (Personal, Gerätschaften, gegebenenfalls Zugangsbeschränkungen zu Stallungen, Schutzkleidung, Schädlingsbekämpfung).
  • Den direkten oder indirekten Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen dringend verhindern.
  • Nutztierhalter, Jäger, Tierärzte oder Privatpersonen können sich bei Fragen zur drohenden Schweinepest gerne mit dem Veterinäramt des Lahn-Dill-Kreises in Verbindung setzen: veterinaeramt(at)lahn-dill-kreis.de und (0 64 41) 4 07 77 11.

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