Umstrittener Redner sorgt für Aufruhr

Blauer Himmel  Wirt wehrt sich gegen Treffen

Der umstrittene Redner Traugott Ickeroth war von der Gruppe „Blauer Himmel Mittelhessen“ zum Vortrag in die Gaststätte „Zum Treppchen“ eingeladen worden. Und das sorgte für Aufruhr in Heuchelheim. Nach eigenen Angaben beschäftigen sich die Mitglieder mit Themen etwa aus den Bereichen Geo-Engineering, Elektrosmog und Gesundheit. (Foto: Rumpenhorst/dpa)

Ickeroth war von der Gruppe „Blauer Himmel Mittelhessen“ zum Vortrag in die Gaststätte „Zum Treppchen“ eingeladen worden. Und das sorgte für Aufruhr. So ging ein Flugblatt in der Nachbarschaft und den sozialen Medien herum, das davor warnte, dem „Hetzer eine Bühne zu geben“.

Auch Gastwirt Esat Kömürcü zeigte sich wütend und erklärte: „So jemanden will ich nicht bei mir haben.“ Als er von Nachbarn erfuhr, wen die Gruppe in sein Lokal einlud, war er sauer. „Ich wusste gar nicht, wer da kommt. Als ich es dann erfahren habe, war mir klar: Die lass ich nicht rein!“ Am späten Nachmittag konnte er die Ansprechpartnerin der Gruppe erreichen und teilte ihr die Absage mit. Diejenigen, die nichts von der Abfuhr mitbekamen, schickte er am Abend weg.

Vortrag fand trotzdem statt

„Seit drei Jahren treffen sie sich hier und alles war friedlich. Aber so etwas geht einfach nicht“, zeigte sich Kömürcü verärgert. Ihm sei es besonders wichtig, zu betonen, dass er mit so jemanden nichts zu tun haben will. „Das wissen auch alle, die mich kennen.“ Er sei nun froh, dass die Sache geregelt ist. Die Gruppe wird sich zukünftig nicht mehr in seinen Räumlichkeiten treffen.

Der Vortrag fand dennoch statt, nur an einem anderen Ort, wie die Gruppe über eine Ansprechpartnerin verlauten ließ. Nach eigenen Angaben beschäftigen sich die Mitglieder mit Themen etwa aus den Bereichen Geo-Engineering, Elektrosmog und Gesundheit.

In dem Vortrag am Dienstagabend sollte es um das Thema „Form der Erde Wie stimmig ist unser Weltbild?“ gehen. Ickeroth wurde laut Ansprechpartnerin eingeladen, da er „sehr gute Recherchearbeit leistet und seine Darstellungen alle nachprüfbar sind“.

Über seine strittige Person an sich äußerte sich die Vertreterin der Gruppe nur flüchtig: „Es geht bei unserer Gruppe nicht um Personen, sondern um interessante und wichtige Themen beziehungsweise um gut recherchierte und verifizierbare Fakten.“ Ein echtes Meinungsbild sei nur möglich, wenn man Stimme und Gegenstimme höre. „Unter den Philosophen ist Nietzsche ebenso umstritten wie unter den Physikern die Relativitätstheorie von Einstein oder die Evolutionstheorie von Darwin“, so die Frau weiter. Ihr sei es aber wichtig, dass die persönliche Meinung und Weltanschauung eines jeden Menschen akzeptiert wird.

Sie versicherte zudem, dass sie es bedauere, wenn der Gastwirt Unannehmlichkeiten wegen der Veranstaltung hatte. „Wir hätten uns gefreut, wenn die Menschen, die Bedenken wegen des Themas oder des Referenten haben, der Veranstaltung beigewohnt hätten.“

Auch zukünftig wolle die Gruppe solche Abende organisieren. Man schaue sich nach der Sommerpause allerdings nach einer alternativen Örtlichkeit um.

Bereits im Vorfeld wurde auch die Polizei aufmerksam auf die Veranstaltung. „In einigen Foren wurde darüber kommuniziert, sodass wir nicht ausschließen konnten, dass es Protestbewegungen vor Ort geben könnte“, erklärte Pressesprecher Jörg Reinemer. Zudem sei man ebenfalls mit dem Wirt in Kontakt gewesen, der betonte, dass er die Veranstaltung absagen wolle. Dennoch schickte man zur Sicherheit zwei uniformierte und einen Beamten in Zivil zur Gaststätte.

Der Redner selbst stehe zumindest bei der Polizei Mittelhessen nicht unter Beobachtung. (jem/ga)


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