Warnstreik wird wichtige Einrichtungen lahmlegen

Tarifstreit  Viele Beschäftigte von Kitas, Krankenhäusern, Müllabfuhr, Stadtwerken und Verwaltung treten Donnerstag in Ausstand

Zum Warnstreik in Mittelhessen ruft Verdi auf. (Foto: Jaspersen/dpa)

Vom Dienstbeginn um 6 Uhr bis Ende der Nachtschicht werden Beschäftigte der nichtärztlichen Bereiche an den Lahn-Dill-Kliniken am Donnerstag streiken. Die teilnehmenden Mitarbeiter aus Pflege, Ergotherapie, Küche, Technik und Reinigung am Standort Wetzlar treffen sich um 6 Uhr vor dem Gebäude und fahren dann zur zentralen Demonstration in Gießen. Die genaue Zahl der Streikenden sei noch unbekannt, sagte Saskia Teepe, Verdi-Gewerkschaftssekretärin für Mittelshessens kommunale Krankenhäuser. Ein Grund dafür sei die – wie auch an anderen Krankenhäusern – dünne Personaldecke. Viele Beschäftigte würden deshalb überlegen, ob sie überhaupt streiken können, ohne dass die Patientenversorgung in Gefahr gerät. Auch nichtärztliches Personal an den Dill-Kliniken wird in den Ausstand treten, vom kleinsten Standort Braunfels gebe es eher wenig Rückmeldung, sagte Teepe.

Zum Streik aufgerufen sind auch die Beschäftigten bei Vitos Herborn. Wie sich der Ausstand dort auswirken wird, sei noch nicht abzusehen, es würden aber keine Bereiche geschlossen, sagte Verdi-Sekretär Julian Drusenbaum. Geschlossen bleibe am Donnerstag die Vitos-Tagesstelle in Wetzlar.

Ausfälle bei Müllabfuhr wahrscheinlich

Im Rathaus der Stadt Wetzlar wird die Wohngeldstelle geschlossen bleiben. Weitere Bereiche mit Publikumsverkehr sollen nach Stand vom Mittwoch nicht nennenswert betroffen sein.

Ihre Teilnahme am Warnstreik haben auch Mitarbeiter der Stadtreinigung Wetzlar angemeldet. Deshalb wird es am Donnerstag aller Vorrausicht nach zu Ausfällen bei der Restmüllabfuhr kommen, teilte eine Sprecherin mit. Betroffen sein wird insbesondere der Stadtteil Naunheim, möglicherweise auch Teile von Niedergirmes, hieß es. Der Wertstoffhof im Dillfeld wird für Anlieferungen geschlossen sein, die Kompostierungsanlage in Dalheim hat geöffnet. Mit Einschränkungen wird auch bei der Straßenreinigung gerechnet.

Die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser ist gesichert, auch wenn Mitarbeiter der Enwag in den Ausstand treten werden. Ebenso sei der Störungsdienst gewährleistet, erklärte der technische Geschäftsführer Detlef Stein. Nicht ausgeschlossen werden könne, dass es zu Engpässen und längeren Wartezeiten bei Kundenbesuchen und im Servicecenter kommt. Betroffen vom Warnstreik sind auch die Stadtwerke in Dillenburg und Gießen. In Dillenburg steht ferner das Bürgerbüro nicht zur Verfügung.

Wie bereits berichtet, werden die drei städtischen Kitas in Dalheim, Blasbach und Naunheim bestreikt. In Dillenburg werden laut Gewerkschaftssekretär Jürgen Lauer alle sechs städtischen Kitas bestreikt, zwei Notgruppen sind eingerichtet. In Hüttenberg bleibt laut Verdi das Kinderhaus Kunterbunt zu, in Hohenahr alle drei gemeindlichen Kindergärten, auch die kommunalen Kitas in Langgöns haben laut Lauer ihre Streikteilnahme zugesagt, in der Kita Herborn sei ein Notdienst eingerichtet. Betroffene Eltern wurden im Vorfeld informiert. (gro)


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