Wo Mädchen Drehleiter spielen

STILBLÜTEN Komisches und Ungereimtes aus dem Blätterwald des Jahres 2016

Beginnen wir – nach der Weihnachtszeit voller Klitzer und Klämmermit guten Vorsätzen für 2017.

Die einen wollen nicht mehr rauchen, die anderen mehr Sport treiben. Was Letzteres angeht, so kann Mann sich ein Beispiel an einem Athleten aus Aßlar nehmen, der Zehnter bei den Deutschen Straßenlaufmeisterschaften über 10 000 Kilometer wurde. Respekt! Auch vor jener Marktidee: Verkaufsfördernd könnte es sein, wenn die Ware durch tanzende und Drehleiter spielende Mädchen auf Märkten offeriert wird. Dolle Sache.

Apropos! Ob es daran liegt, dass wir laut einer Pressemitteilung im Lahn-Doll-Kreis leben, dass die Statistik viele Ausreiser aufweist? Ob diese dann in die USA ausgereist sind, ist unbekannt. Falls doch, dann bitte Vorsicht, denn dort kurvt man über mordmäßige Highways.

Wer noch weiter reisen will, dem sei eine Tour zur Seitenstraße empfohlen. Obwohl, die haben wir hier auch, dafür muss man nicht nach China. Denn auch vor Ort kann man Landschaft und Natur genießen, zum Beispiel im Garten, wo Knollenbegonien, Geranien und vor allem hängende Beduinen prächtig gedeihen.

Sie können auch Vögel beobachten wie jenen Teichrohrsänger, der in einer Hecke verhört wurde. Ob dabei herauskam, warum der Mader den Motorraum liebt?

Ein Treffen an gefährlichem Ort und ein internationaler Zwischenfall

Sie können sich auch die vielen hübschen Orte anschauen und besuchen, sagen wir, Hüttenberg-Rechenbuch. Oder man bleibt zu Hause und hört Musik. Wem Mozarts „Kleine Machtmusik“ zu mächtig ist, der freut sich vielleicht über ein Werk von Georg Friedlich Händel oder über ein Musical, zum Beispiel von Endrew Lloyd Wepper. Geschrieben hat der berühmte Andrew Lloyd Webber allerdings weder das weihnachtliche Lied „Mary Christmas“ noch die „Nussknappensuite“.

Ein Leserbriefschreiber hat seinen Unmut über eine Bausünde zum Besten gegeben und kam zu dem Schluss: man sollte der Dinge haaren.

Was auch für die Entwicklung der Elektroautos gilt, die mit Elektrostrom betankt werden. Welche Sorte Strom gibt’s sonst so? Und wo wir schon bei Autos sind: Mitunter kracht es, dann ist es gut, wenn es beim Schachschaden bleibt.

Stichwort Sport: Das Ortspokalschießen kennt man, aber ein Buchstabendreher und schon wird’s unappetitlich... Dazu passt dies: Ein Fest im Dorf. Es gab Getränke und früher oder später stellte sich bei manchem ein dringendes Bedürfnis ein. Was die Herren taten, können Sie sich vorstellen. Peinlich war es für die Damen, denn für sie waren die Toiletten direkt auf dem Festplatz vorhanden.

Kennen Sie noch den Werbespruch „Ich bin zwei Öltanks“? Nun, das geht im Bildungsbereich auch.

Für die Proben eines Theaterstücks durften die Akteure die Räumlichkeiten der Albert-Schweitzer-Schule benutzen, die in der Erich-Kästner-Schule untergebracht ist. Doch das ist hierbei nicht das Problem. Literaturfreunde werden es gemerkt haben: Eine Erich-Kästner-Schule haben wir nicht. Auch keine Erich-Kestner-Schule. Nur eine Kestnerschule. Ohne Erich, aber mit Johann Christian; der von Lotte. Alles klar?

Das Folgende ist nichts für Leser unter 16, denn es wird gewalttätig. Bernd Schöne traf Peter Maffay. Nicht in dem Sinne, wie in einer Themenmeldung: Merkel tritt Hollande, sondern um eine Spende zu übergeben. Was nicht wirklich neu ist. Neu ist hingegen der Ort des Treffens: die Katabomben der Festhalle Frankfurt.

Brutal geht es aber auch in heimischen Konzertsälen zu, wo man etwa die Freveltat eines Dirigenten miterleben musste: Statt eines Taktstocks war es ein Gipsarm, der dem Zuschauer ins Auge stach.

Wenden wir uns erfreulichen Dingen zu. Zwar hält die Kommerzialisierung überall Einzug, doch nicht alles kostet Geld. Puren Luxus genießen die Bewohner einer neuen Seniorenwohnanlage, denn Frischluft und großzügiges Tageslicht gehören zum kostenlosen Angebot der neuen Einrichtung. So ein Glück. Das hatten auch jene Zuhörer, die vom Redner nicht auf die lange Folter gespannt wurden.

Übrigens: Im Nachbarort gibt es sogar ein Wohnheim für körperliche Menschen.

Nun, eher geistige Menschen haben sich Gedanken gemacht, wie man durch Wortkombinationen die Sprache voranbringt. So wie diese: Aus Prävention und Perversion wird Präversion. Die Bedeutung bleibt diffus. Empört ob der Verdrängung der Muttersprache im Vaterland möchte man ausrufen „Quo vatis, Deutschland?“

Womit wir zu guter Letzt beim neuen Jahr und der bangen Frage wären: Quo vadis, 2017? Nun, wir werden wieder sehen, gewichten und berichten. In diesem Sinne: Guten Rutsch!


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