Flüchtlinge bekommen "Fahrschulstunde"

Erste Verkehrserziehungsstunde für Mittenaarer Flüchtlinge im Bürgerhaus von Offenbach: Bürgermeister Markus Deusing (Mitte), Fahrlehrer Andreas Aßmann (links) und Integrationsbeauftragter Klaus Becker (2. v. l.) freuten sich über das große Interesse der "Fahrschüler ".  (Foto:Benz) Foto:Benz

MITTENAAR-OFFENBACH In der Gemeinde Mittenaar werden Flüchtlinge jetzt in Sachen Verkehrserziehung geschult.

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. MITTENAAR-OFFENBACH In der Gemeinde Mittenaar werden Flüchtlinge jetzt in Sachen Verkehrserziehung geschult.

Den Anstoß zu dem Projekt hatte Bürgermeister Markus Deusing (SPD) gegeben. Er hatte die Bemerkungen zahlreicher Ballersbacher und Offenbacher ernst genommen, die sich über das unbekümmerte Fahrverhalten der Neubürger besorgt gezeigt hatten: Die Flüchtlinge benutzten ihre geschenkten Fahrräder ohne Rücksicht auf Verkehrsregeln, da sie ihnen unbekannt sind. So war es schon gelegentlich zu brenzligen Situationen gekommen.

Über 30 Flüchtlinge folgen dem Aufruf

Für die Idee, eine Verkehrsschulung zu initiieren, konnte Deusing Fahrlehrer Andreas Aßmann gewinnen. Am Samstag fand nun im Offenbacher Bürgerhaus der erste Grundkurs in Verkehrsverhalten statt, der von mehr als 30 jungen Männern, einer Frau und einem Kind besucht wurde. Als großer Vorteil erwies sich der Deutsch-Unterricht, der in Ballersbach von Heike Lenz und in Offenbach von Rana Theis seit geraumer Zeit erteilt wird.

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Beide "Lehrerinnen" waren am Samstag auch in Offenbach dabei und halfen aus, wo es mit der Verständigung haperte. Sie übersetzten auch einen gemeinsamen Wunsch: Wenn jemand bei Reparatur und Instandsetzung der Fahrräder helfen könnte, wäre das sehr gut: "Die Räder sind ja alle geschenkt, aber nicht alle sind in guter Verfassung", begründeten die beiden Frauen ihre Bitte.

Fahrlehrer Aßmann hatte gemeinsam mit seiner Frau zur Vorbereitung der "Fahrstunde" eine Dia-Schau erstellt, die verschiedene Szenen aus den vier Ortsteilen zeigte, an denen man besonders aufpassen muss.

Die Szenen wurden von den "Schülern" schnell erkannt und kommentiert. Fahrlehrer Aßmann, Bürgermeister Deusing und Integrationsbeauftragter Klaus Becker waren mit diesem ersten Versuch in Sachen Verkehrserziehung sehr zufrieden.

Fahrradhelme werden gesucht

Dem Bürgermeister missfiel allerdings, dass die Flüchtlinge nicht über Fahrradhelme verfügen. Aus diesem Grund rief er die Bevölkerung dazu auf, nicht mehr benötigte Exemplare im Rathaus abzugeben. "Statt irgendwo auf dem Speicher oder in der Garage rumzuliegen, könnten sie hier helfen, Unfälle zu vermeiden beziehungsweise ihre Folgen zu mindern", erklärte Deusing.

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Den Sprachlehrerinnen und dem Fahrlehrer-Ehepaar Aßmann dankte er herzlich für ihre ehrenamtliche Hilfe bei der Integration der Mittenaarer Flüchtlinge. (hb/s)