"MuT- und keine Wut-Bürger sein"

Der Vorstand von MuT setzt sich gegen die Talbrücke ein: Rudi Kepper (v.l.), Monika Haas, Heike Braas, Vorsitzender Rainer Buhl, Thorsten Haas, Klaus Best, Angelika Schirmuli und Frank Benner.   Foto: Reitz

HAIGER-SECHSHELDEN Die Bürgerinitiative "MuT" (Menschen unter der Talbrücke) kämpft weiter mit allen demokratischen und rechtsstaatlichen Mitteln für eine Alternative zur...

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. HAIGER-SECHSHELDEN Die Bürgerinitiative "MuT" (Menschen unter der Talbrücke) kämpft weiter mit allen demokratischen und rechtsstaatlichen Mitteln für eine Alternative zur Autobahntalbrücke.

Beisitzer Klaus Best informierte die Mitglieder über die Tätigkeiten der Initiative. Im März vergangenen Jahres habe man sich mit Rechtsanwalt Schmidt aus Dillenburg beraten. Die "Richtlinie für die Anlage von Autobahnen"(RAA) beschreibe die Grundsätze für die neue Planung der Talbrücke.

Bei dem Ersatzneubau der Talbrücke, der auf das Jahr 2025 verschoben wurde, würde es Mängel wie zu geringe Radien oder einen zu kurzen Haltesicherheitsabstand geben. Somit weiche die Brückenplanung teilweise von den geforderten Richtlinien ab.

Wenn die Alternative, der von MuT geforderte Tunnel, die Richtlinien komplett erfülle, müsse nach dem Abwägungsgebot die Alternative verwendet und gebaut werden. Dieser Aspekt macht der Bürgerbewegung Hoffnung. Allerdings sei MuT nicht klageberichtigt, da in Deutschland nur direkt betroffene Anwohner klagen können. Der Verein kann diese jedoch unterstützen, gegen die Lärm- und Emissionsbelastungen rechtlich vorzugehen.

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Kritische Fragen an Politiker

Best berichtete zudem von Treffen mit Kommunal- und Landespolitikern. So musste sich unter anderem der ehemalige Hessische Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) im Mai den kritischen Fragen der Sechsheldener stellen. MuT sei "überparteilich", hob Best hervor.

Rentsch und der Landtagsabgeordnete Stephan Grüger (SPD) hätten im November ein Schreiben an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nach Berlin geschickt. Außerdem habe Jürgen Steinbrecher, Professor für Verkehrsplanung an der Universität Siegen, MuT mit seinem Fachwissen unterstützt.

Steinbrecher sei zu dem Schluss gekommen, dass die "geringen Radien und entwässerungsschwachen Zonen" auf der Brücke von Nachteil seien. Die Tunnelvariante führe zu einer "Verbesserung der Verkehrsqualität und -sicherheit" und entspreche den Grundsätzen der Richtlinie. Durch eine Neutrassierung der Autobahn könnten die Defizite "fast vollständig beseitigt werden".

Interessanterweise sei ein Tunnel bereits bei der Planung der Brücke 1965 erwogen worden. Heute gebe es eine ungleich größere Verkehrsbelastung als früher angenommen wurde. "In Zukunft bleibt es weiter spannend", erklärte der stellvertretende Vorsitzende Frank Benner.

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Bei den Wahlen wurde Vorsitzender Rainer Buhl einstimmig wiedergewählt. Die stellvertretenden Vorsitzenden Thorsten Haas und Frank Benner wurden ebenfalls bestätigt. Kassiererin Monika Haas wie die Beisitzer Rudi Kepper und Klaus Best bleiben dem Vorstand erhalten. Heike Braas ist neue Schriftführerin und ihre Stellvertreterin Angelika Schirmuli. Selina Buhl wurde zur stellvertretenden Kassiererin gewählt.

MuT wolle die "historische Gelegenheit nutzen, um eine angemessene Lebensqualität und Zukunftsperspektive für Kinder und Enkel zu bieten", sagte Benner. "Wir wollen MuT- und keine Wut-Bürger sein", fügte er hinzu. Der Erste Stadtrat Sebastian Pulfrich (CDU) erklärte, dass "die Stadt Haiger MuT weiter unterstützt, wo es der Kommune möglich ist". (mtz/s)

- Kontakt: Rainer Buhl,  (0 27 71) 3 43 05, www.mut-sechshelden.de