Petition kann übergeben werden

Der Infostand der Sechsheldener Bürgerinitiative „MUT“ auf dem Wochenmarkt war gut besucht. Die Befürworter einer Tunnellösung haben die nötigen 3000 Unterschriften für eine Petition gesammelt.   Foto: Schwedt

Der Wunsch der Bürger für eine Trassenverschiebung mit Tunnellösung auf der A 45 bei Sechshelden zieht immer größere Kreise. Inzwischen sind die erforderlichen 3000...

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Haiger-Sechshelden. Der Wunsch der Bürger für eine Trassenverschiebung mit Tunnellösung auf der A 45 bei Sechshelden zieht immer größ;ere Kreise. Inzwischen sind die erforderlichen 3000 Unterschriften für eine Petition zusammen.

Vor sechs Jahren gründete sich die Bürgerinitiative "MUT" (Menschen unter der Talbrücke), als bekannt wurde, dass ein Neubau der Talbrücke an gleicher Stelle geplant ist. Den Verantwortlichen wurden Vorschläge unterbreitet, durch eine kleinräumige Trassenverschiebung mit Tunnellösung eine Lärm- und Feinstaubentlastung für die Sechsheldener zu erreichen.

"Anschließ;end werden wir mit Bussen nach Wiesbaden fahren und in der Kanzlei die Petition übergeben"

Auf Initiative des Haigerer FDP-Stadtverordneten Carsten Seelmeyer wurde die Unterschriftenaktion für die Petition an das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung vorbereitet. Auf die Bürgerinitiative wurde der Hessische Rundfunk aufmerksam, der am Donnerstag ein Team um Redakteur Michael Immel zur Unterschriftenaktion auf den Haigerer Wochenmarkt und zum Infoabend in Sechshelden schickte. In der Hessenschau am Sonntagabend (Beginn 19.30 Uhr) wird über "MUT" um die drei Vorsitzenden Rainer Buhl, Thorsten Haas und Frank Benner berichtet.

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Als groß;en Erfolg kann die Bürgerinitiative ihren Auftritt auf dem Haigerer Wochenmarkt verbuchen. Zahlreiche Besucher informierten sich ausführlich über die geplante Petition und erklärten durch Unterschrift ihre Solidarität bei dem Vorhaben, einen Wiederaufbau der Talbrücke Sechshelden nach ihrem bereits beschossenen Abriss wegen mangelnder Verkehrssicherheit an gleicher Stelle zu verhindern.

Bei einer Ortsbesichtigung gemeinsam mit dem HR- Fernsehteam wurde an neuralgischen Punkten innerhalb der Gemarkung Sechshelden haltgemacht, um dort die unterschiedlichen Lärmquellen auf sich wirken zu lassen. "Das Problem mit dem geplanten Neubau der Talbrücke ist uns schon lange bekannt. Wir nehmen viele Eindrücke mit nach Frankfurt", sagte Redakteur Michael Immel.

In der anschließ;enden Diskussionsrunde im bis auf den letzten Platz gefüllten Sechsheldener Dorfgemeinschaftshaus stellten sich auch einige heimische Politiker den Besuchern.

"Für meine Partei ist es wichtig, den Sechsheldener zu demonstrieren, dass wir sie unterstützen. Darüber hinaus möchten wir dazu beitragen, dass die Anliegen von 'MUT' auf höhere Ebene transferiert werden, wo letztendlich Entscheidungen getroffen werden", machte Sebastian Pulfrich (CDU) deutlich.

Auf den geplanten zunächst einseitigen Abriss der Talbrücke eingehend, stellte Dr. Andreas Steiner (FWG) fest: "Diese Autobahnbrücke hat bereits einen Marathonlauf hinter sich, wurde bereits einmal gedopt und soll demnächst noch länger laufen, auf einem Bein und mit doppelten Lasten. Kommunen sind nicht die Büß;er der Bundespolitik."

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Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Schmidt unterstrich, dass es wichtig sei, Steuergelder sinnvoll in eine vernünftige Lösung zu investieren. Ihr Parteikollege Heinz Lemler sprach sich dafür aus, Planungsfehler, die vor 50 Jahren gemacht wurden, nicht zu wiederholen und stellte in den Raum: "Eine neue Talbrücke wird den Lärm noch weiter verstärken."

BI-Sprecher Klaus Best freute sich über die groß;e Resonanz und politische Unterstützung und stellte nochmals klar: "Es wird billigend hingenommen, dass bei einem Neubau der Talbrücke die Anforderungen des modernen Regelwerkes nicht eingehalten werden. Es soll eine Trasse gebaut werden, die nicht dem aktuellen Stand der Technik entspricht."

Best wies darauf hin, dass die Online-Plattform für die Petition noch 27 Tage geschaltet ist. "Anschließ;end werden wir mit Bussen nach Wiesbaden fahren und in der Kanzlei des Hessischen Landtages die Petition übergeben", nannte er das weitere Vorgehen von "MUT". Dazu kam ein "Seitenhieb" auf den verantwortlichen Politiker in der Landeshauptstadt: "Der Grünenpolitiker aus dem Hessischen Wirtschaftsministerium lässt sich bei uns überhaupt nicht sehen". Frank Benner ergänzte: "Minister Tarek Al-Wazir erwarten wir unter der Autobahnbrücke."

Mit Erich Cuntz meldete sich ein Sechsheldener der älteren Generation zu Wort: "Wir haben vor 50, 60 Jahren total versagt und hätten den Bau der Talbrücke verhindern müssen. Doch damals war das Verkehrsaufkommen noch nicht so gewaltig, und der Dillkreis sowie Nachbarkreise drängten aus Zeitgründen auf eine schnelle Realisierung." Studentin Annalina Benner fand deutliche Worte: "Ich finde Sechshelden nicht mehr lebenswert und wohne jetzt in Gieß;en."

Am 11. Mai findet ebenfalls im Dorfgemeinschaftshaus eine Bürgerinformation mit "Hessen-Mobil" statt. Klaus Best warnte schon: "Wir müssen dann aufpassen, dass die uns nicht verkaufen und uns die Talbrücke schmackhaft machen."