Frank & frei

jeder kommt mal in eine Situation, in der er es sinnvoll wäre, sich zu entschuldigen. Ob nach einem Missgeschick oder einem Fehlverhalten: Ein versöhnliches Wort kann Brücken bauen.

Wenn beispielsweise das eigene Kind zusammen mit den Mitschülern dem Lehrer einen Streich gespielt hat, dann sollte eine Entschuldigung fällig sein.

Wenn ein CDU-Minister sich weigert, mit einer seit vielen Jahren im Verein aktiven "Linken" bei einer karitativen Aktion gemeinsam aufzutreten und der Verein dem Ansinnen nachgibt, was zur Folge hat, dass die langjährige Aktive doch bitteschön zu Hause bleiben soll, dann war es nur eine Frage der Zeit, bis der Fall eine Entschuldigung nach sich ziehen musste. Und man hat sich entschuldigt, jawohl! Allerdings nicht etwa bei der der langjährigen Aktiven, sondern sicherheitshalber lieber beim Staatsminister, der sich schon gleich gar nicht bei irgendwem entschuldigt.

Wenn also Ihr Kind demnächst einen Mitschüler anstiftet, dem Lehrer einen nassen Lappen auf den Stuhl zu legen, so hat sich, folgt man der Logik, der ausführende Mitschüler bei Ihrem Kind zu entschuldigen und nicht Ihr Kind mit dem Mitschüler beim Lehrer. Wie sagte mein Lateinlehrer immer: "O tempora, o mores! (Was für Zeiten, was für Sitten)".

Aber ich will nicht wieder mit dem Lateinischen anfangen, denn es gibt noch andere Sachverhalte, die einem weniger "lateinisch" als vielmehr "spanisch" vorkommen. Die Begeisterung unseres Bürgermeisters Manfred Wagner über die vollen Hotelbetten zur Hessentagszeit in allen Ehren, aber immer, wenn es heißt, wir bräuchten mehr von etwas, das wir schon haben, erinnert mich das an dieses beliebte Domino-Spiel: Man baut so lange Steine auf, bis die ersten umfallen. Bei den Einkaufszentren ist dieses Spiel ja schon lange sehr beliebt und man kann nur hoffen, dass die Prognose über den künftig steigenden Bettenbedarf, die bei der Präsentation des Tourismusberichtes 2012 geäußert wurde, auf sicheren Beinen steht. Denn niemandem wäre geholfen, wenn künftig jeder auswärtige Übernachtungsgast statistisch in zwei Betten schlafen müsste, damit die Auslastung einigermaßen stimmt.

Obwohl wir ja schon mal ein Zimmer mehr brauchen könnten, denn Stephan Aurand kann es offenbar gar nicht erwarten, aus der friedlich-malerischen Beschaulichkeit Dietzhölztals in unsere anregend-pulsierende Metropole zu wechseln, weshalb er angekündigt hat, im Falle einer erfolgreichen Wahl zum Ersten Kreisbeigeordneten schon im November sein Amt antreten zu wollen.

Vermutlich denkt er nach seinen zwei misslungenen Fluchtversuchen: Wenn es diesmal endlich klappt, dann aber schnell weg! Sicherheitshalber entschuldige ich mich an dieser Stelle schon mal für die Pointe, aber sie hing so schön in der Luft.

Vermutlich musste sich auch der Kreiswahlleiter bei Dorothea Garotti entschuldigen, deren Namen auf den Stimmzetteln zur Landtagswahl falsch geschrieben war. Mal ganz ehrlich, solche Druckfehler gab es doch ständig bei den Unterlagen zur Wahl. So stand seit Gerhard Schröder bis heute auf jedem Wahlzettel hinter der Bezeichnung "SPD" immer noch

"Sozial-demokratische Partei Deutschlands". Dafür könnte sich mal jemand entschuldigen.

Für diesen Text entschuldigt sich frank & frei Ihr Frank Mignon


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