Frank & frei

und Leser,

ich hoffe, Sie hatten ebenfalls eine gute Woche mit einem schönen Wochenende und haben den Wetzlarer Gallusmarkt mit seinen vielen Attraktionen genossen. In Vertretung unseres Oberbürgermeisters durfte dieses Mal unser Wirtschafts- und Baustadtrat Harald Semler den traditionellen Fassbieranstich vornehmen, was von Politologen gelegentlich auch als "größtmöglicher Karrieresprung für einen Freien Wähler innerhalb einer städtischen Verwaltung" bezeichnet wird.

Wobei man ja einwerfen könnte, dass man im Zuständigkeitsbereich "Wirtschaft und Liegenschaften" sowie "städtische Bauten" ohnehin gerne mal ein Fass aufmacht. Natürlich gab es "Paulaner" im Glas, denn wir sind ja in Mittelhessen. Gegen diese alpenländische Übermacht ist nun mal kein Kraut gewachsen.

War es wirklich Zufall, dass am gleichen Abend der "Musikantenstadl" in unserer Arena Station machte? Ich verlange eine sofortige Untersuchung eventueller Zusammenhänge, denn feindliche Übernahmen fangen häufig eher schleichend an. Moderator und Sänger Andy Borg soll ja mit dem Satz "Kurz nachdem die Dinosaurier ausgestorben waren, habe ich meine erste Schallplatte aufgenommen. Und ich würde mich freuen, wenn Überlebende aus dieser Zeit noch hier sind" seine eigenen Hits angekündigt haben.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger: So darf man als Gast nicht über unseren Stadtverordnetenvorsteher und den Oberbürgermeister reden. Als dann auch noch "Die berühmten drei Worte" erklangen, wusste ebenfalls jeder, welche drei Worte gemeint sind:

"Tebartz", "van" und "Elst". Mittlerweile soll sich ja Limburg durch Euer Unwürden Bischof Geldhahn zu einem Wallfahrtsort der ganz anderen Art entwickeln, denn zahlreiche Besucher strömen in die Stadt, um endlich mal selbst die Steine des Anstoßes in Augenschein zu nehmen. Das dürfte sich derartig positiv auf die Gastronomie, die Übernachtungszahlen und den Einzelhandel auswirken, dass man angeblich in der Geschäftsführung des Wetzlarer Stadtmarketings bereits darüber nachdenkt, welchen heimischen Bau man ebenfalls kostenmäßig explodieren lassen könnte. Wenn man dann noch einen ansonsten als christlich bekannten öffentlichen Bauherrn als Übeltäter vorzuzeigen hätte, wäre alles perfekt. Die CDU ist aber auch nie am Ruder, wenn man sie mal brauchen könnte. Aber zum Glück läuft ja bei uns alles weitestgehend reibungslos und viel bescheidener ab.

In unserem Klinikum wurde jetzt sogar das Gefäßzentrum zertifiziert, was den Geschäftsführer Richard Kreutzer zu der Feststellung brachte, dort gäbe es "hochwertige Versorgung in vertrauter Umgebung". Sehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, das ist eben der Unterschied zwischen Richard Kreutzer und dem Limburger Mann des Kreuzes: Bei uns gibt es hochwertige Versorgung in vertrauter Umgebung, im Bistum Limburg ist das umgekehrt, da gibt es vertraute Versorgung in hochwertiger Umgebung.

Gestatten Sie mir noch eine wichtige Bemerkung zum Schluss: Laut einer Pressemeldung soll der "Lachvogel" den "Meckervogel" als "Vogel des Jahres" ablösen. Wenn das kein Grund ist, fröhlich und beschwingt in die neue Woche zu starten.

Dies schreibt frank und frei

Ihr Frank Mignon


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