Frank & frei

nun hat sich also unser Prinzenpaar tatsächlich im vollen Ornat das Ja-Wort gegeben und "frank & frei" gratuliert an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich. Und sogar unser Oberbürgermeister Wolfram Dette ließ es sich nicht nehmen, als oberster Dienstherr den größten Teil der Trauzeremonie sogleich persönlich vorzunehmen. Das hat durchaus seinen Sinn, kennt er sich doch als FDP-Mann inmitten einer von Freien Wählern gestützten rot-grünen Koalition mit jeder Art von herausfordernden Beziehungsfragen aus. Man nennt ihn ja angeblich schon hinter vorgehaltener Hand die "Angelika Kallwass" der mittelhessischen Kommunalpolitik.

Angesichts der besonderen karnevalistischen Leidenschaft unserer Tollitäten vermutete er sogar, dass der kleine Sohn des Prinzenpaares mit "karnevalistischer Muttermilch" großgeworden sei. Da weiß er vermutlich, wovon er spricht, denn wenn man das gequälte Lachen mancher Kommunalpolitiker bei Karnevalssitzungen sieht, hat man eher den Eindruck, es handele sich bei ihnen in Sachen Karneval dann doch eher um Flaschenkinder. Man könnte auch sagen: In Sachen Frohsinn musste nachträglich zugefüttert werden, wobei manche sogar den Eindruck erwecken, bereits gänzlich abgestillt worden zu sein.

Übrigens war das Alte Rathaus selten so überfüllt wie bei dieser Eheschließung. Vermutlich waren sogar mehr Gäste dort als bei der Schlagerparty in der Rittal-Arena, was unbestätigten Gerüchten zufolge die Verantwortlichen beinahe dazu bewogen haben soll, kurzfristig die Veranstaltungsort zu tauschen. Immerhin ist die Stadt ja dazu angehalten, ihre zur Verfügung stehenden Liegenschaften möglichst zweckmäßig zu nutzen. Oder man hätte die Schlagerstars und Sternchen gleich rüber zur Trauzeremonie bestellt. Das hätte aber ein großes Hallo gegeben, wenn Oberbürgermeister und Standesbeamter zunächst gefragt hätten: "Wer ist denn für immer glücklich in der Ehe?" und dann Michelle singend hineingekommen wäre: "Nur wer Liebe lebt". Da wäre kein Auge trocken geblieben. Beim Ringetausch und der Frage nach dem Hochzeitsgeschenk hätte Nik P. "Ein Stern, der Deinen Namen trägt" angestimmt, und auf die Frage, wie sie sich ihr künftiges Eheleben vorstellen, stürmt Olaf Henning ins Trauzimmer und singt "Cowboy und Indianer", wobei die Textzeile "ohne Rast und ohne Ziel" eventuell von anwesenden kommunalpolitisch aktiven Karnevalisten missverstanden werden könnte.

Und ob angesichts der immer noch viel zu raren Bauplätze in unserem Stadtgebiet der Titel "Bungalow in Santa Nirgendwo" so richtig gut angekommen wäre, darf bezweifelt werden.

Zum Ende der Zeremonie ruft Hofmarschall Timo Mertens laut in die Runde: "Und nun holt bitte die Ehrensenatoren rein!", worauf ein Adjutant ihm zuflüstert: "Geht nicht, die singen draußen mit Nino de Angelo." "Ja wie, sind die etwa schon ,Atemlos‘?" "Nee, Jenseits von Eden!"

Wie auch immer, liebes Prinzenpaar: Möge Euch auch nach der Eheschließung der Humor niemals verlassen. Wir sehen uns und hoffentlich viele Leserinnen und Leser bei den Sitzungen der vielen heimischen Karnevalsvereine und zum großen Faschingsumzug. Dies schreibt frank & frei Ihr Frank Mignon


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