Frank & frei

eine unangenehme Nebenerscheinung des Internet-Zeitalters ist die Geschwindigkeit, mit der sich Gerüchte unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt verbreiten. Deshalb wird es höchste Zeit, dass sich "frank & frei" die Zeit nimmt, einige nachweislich unwahre Behauptungen zu widerlegen und sich der reinen Wahrheit und nichts als der Wahrheit zu widmen.

Und was sich da alles angesammelt hat: Wahr ist zum Beispiel, dass unsere Stadtkämmerei derzeit damit befasst ist, das Haushaltsdefizit nach dem Hessentag genau zu ermitteln. Unwahr ist hingegen, dass die Pressekonferenzen zur weiteren Haushaltspolitik künftig nur noch im Rahmen der "Wetzlarer Tage der Phantastik" abgehalten werden. Wahr ist: Das europaweit tätige Busunternehmen "Transdev" will vorzeitig aus dem Vertrag zum Betrieb der heimischen Omnibuslinien aussteigen.

Unwahr ist allerding das Gerücht, der Wunsch nach einer vorzeitigen Beendigung des Vertragsverhältnisses läge an dem hohen wirtschaftlichen Schaden durch verloren gegangene Busse, die irgendwo bei Oberlemp, Laufdorf oder Altenkirchen mit leerem Tank abgestellt wurden, weil einige ortsunkundige Fahrer den Weg zurück ins Depot einfach nicht finden konnten.

Wahr ist übrigens: Hans-Jürgen Irmer ist neuer Vorsitzender der "Deutsch/Österreichischen Gesellschaft". Unwahr ist allerdings das infame Gerücht, dass, als diese Nachricht in Wien ankam, sofort der deutsche Botschafter zu Konsultationen einbestellt wurde und man sogleich mit Beratungen über eine Wiedereinführung der gegenseitigen Grenzkontrollen begonnen habe. Wahr ist: Wolfgang Hambüchen, der Vater unseres Weltklasse-Turners Fabian, war in unserer Stadt auf Talentsuche in Sachen Turnen. Unwahr ist, dass sich unser Bürgermeister Manfred Wagner gerne als Nachwuchs-Sportler beworben hätte, da er immerhin als Sozialdezernent immer wieder gewaltige Klimmzüge zu machen habe und nun am Reck beweisen wolle, dass auch ein Sozialdemokrat den Aufschwung beherrschen kann.

Wahr ist, was in einer Überschrift in unserer Tageszeitung zu lesen war: "Wetzlar bekommt für den Hessentag Bestnoten". Unwahr ist hingegen die Behauptung eines leitenden Verwaltungsbeamten, man wolle statt dem üblichen Verfahren des "Kumulierens" und "Panaschierens" künftig den Wählerinnen und Wählern direkt die Möglichkeit einräumen, den Kandidaten Kopfnoten wie "Fleiß", "Betragen", "Ordnung" und "Aufmerksamkeit" zu geben und Abwesenheitszeiten bei Parlaments-und Ausschusssitzungen der Einfachheit halber direkt als "Fehlstunden" zu vermerken, wobei Entschuldigungszettel der Ehepartner mit Formulierungen wie "Harald kann heute wegen einer Erkältung nicht an der Magistratssitzung teilnehmen, mit freundlichen Grüßen, Semler" akzeptiert werden sollen.

Wahr ist übrigens: Ein ehemaliger heimischer Kommunalpolitiker muss leider vorübergehend seine Fahrerlaubnis abgeben. Unwahr ist, dass es daraufhin Pläne geben soll, die beliebte Fußgänger-Kolumne der WNZ wiederzubeleben.

Also, liebe Leserinnen und Leser: Glauben Sie nicht alles, aber bitte bleiben Sie neugierig und heiter. Dies schreibt frank & frei Ihr Frank Mignon


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