Frank & frei

und Leser,

ganz außerplanmäßig schalten wir hinüber in die Rathaus-Kantine:

"Mahlzeit!" "Mahlzeit!" "Mahlzeit!" "Das sagten Sie bereits!" "Was haben Sie gesagt?" "Mahlzeit!" "Was wollen Sie mir damit sagen?" "Sind wir heute etwa ein wenig gereizt?" "Gereizt? Ich und gereizt? Das muss ich mir von Ihnen nicht anhören!" "Das müssen ja schöne Osterfeiertage gewesen sein, wenn Ihre Laune so im Keller ist." "Lassen Sie mich bloß in Ruhe. Seit Bürgermeister Wagner zusammen mit der Tourist-Info bekanntgegeben hat, dass Wetzlar 2014 erstmals über 200 000 Übernachtungsgäste hatte, steht hier alles Kopf."

"Wirklich? Und das hat der Wagner einfach so festgestellt? Ganz ohne Universitäts-Studie und Moderation? Das ist aber auch ein Teufelskerl." "Ich habe immer gewusst: Der bringt‘s mal zu etwas. Jetzt war ja sogar der Ralf Stegner von der Bundes-SPD da, um sich zusammen mit Wagner bei Duktus über deren Sorgen mit den unbezahlbaren Energiekosten zu informieren, die ihnen durch das ,Erneuerbare Energien-Gesetz‘ entstehen." "Moment Mal, ein Unternehmen erhofft sich von Stegner Hilfe? Das klingt in etwa so passend, als würde man den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Michael Hundertmark zum Schirmherrn der Wetzlarer Tafel erklären." "Das mit den 200 000 Übernachtungsgästen muss aber wohl stimmen. Sogar Oberbürgermeister Dette hat ja unsere Stadt zur ,Vertreter-Stadt‘ erklärt." "Fair-Trade-Stadt, Herr Kollege, Fair-Trade-Stadt. Sie bringen wieder alles durcheinander. Und hören Sie sofort auf mit diesem nervösen Zittern, das hält ja kein Mensch aus."

"Sie haben gut reden. Haben Sie es nicht gelesen: ,Um das Siegel ,Fair-Trade-Stadt‘ zu bekommen, muss sich die Stadt verpflichten, in Sitzungen Fair-Trade-Produkte wie Kaffee und Zucker zu verwenden.‘ Mein Hausarzt sagt, ich darf keinen Kaffee und keinen Zucker zu mir nehmen. Mein Oberbürgermeister sagt: Ich muss!" "Sie Armer, da hilft nur eines: Mehr Bewegung. Bürgermeister Wagner hat ja im Zuge dieser Übernachtungs-Sache auf die zahlreichen Stadtführungen hingewiesen." "Stimmt, da gibt es ja fast alles von der ,Goethe-Führung‘ bis zur ,Bergmannsroute‘. Am Sonntag, 3. Mai, gibt es sogar einen Rundgang zu Wetzlars historischer Wasserversorgung." "Nein, wirklich? Die haben aber auch immer Ideen. Irgendwann laufen die sicher auch mal die ehemaligen Abwasserkanäle ab, so unter dem Motto: ,Wetzlars Gülle in Hülle und Fülle‘ oder so." (beide lachen) "Oder man läuft alle Stätten ab, wo irgendwann mal Bier gebraut wurde und nennt die Tour ,Wetzlar: Heute offen, früher besoffen‘."

(wieder Lachen) "In diesem Jahr soll ja in Garbenheim am Goethe-Wanderweg eine Skulptur des Dichters aufgestellt werden." "Wenn die jetzt noch an der ehemaligen Euler-Brauerei zum Gedenken eine zwei Meter hohe Kopfschmerztablette anbringen, soll mir das mit dem Goethe Recht sein." "Na dann: Mahlzeit!" "Mahlzeit. Haben Sie das von den 1000 Wohnmobil-Übernachtungen an der Dill gehört?" "Wissen Sie, was Wohnmobile mit der Wetzlarer FDP gemeinsam haben?" "Nein, was denn?" "Beide haben keine Anhänger." (lautes Lachen am Tisch) "Na dann: Mahlzeit!"

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frank & frei

Ihr Frank Mignon


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