Frank & frei

ich muss mich bei Ihnen entschuldigen, denn ich bin völlig durcheinander. Das ist aber auch eine schwierige Angelegenheit, die Sache mit dem "kommunalen Rettungsschirm", unter den nun auch Landrat Schuster mit seiner Kasse schlüpfen will. Vereinfacht könnte man sagen: Rettung ist erst mal gut, aber dann werden Schulen geschlossen, der Amthof in Lahnau ist weg und das Zeltlager Lenste wird versilbert. Wenn wir aber auf den Rettungsschirm verzichten, dann ist unser Kreis bald so verschuldet, dass ebenfalls irgendwann nichts mehr geht. Da ist man doch froh, wenn man wenigstens eine Wahl hat. Denn wie sangen einst die "Höhner" treffend: "Wenn nicht jetzt, wann dann?"

Das war eine spannende Woche. Ob Washington oder Leun: Überall war Wahlkampf und man musste aufpassen, nicht die Akteure zu verwechseln. Immerhin gab es erstaunliche Gemeinsamkeiten, denn in beiden Fällen hatten die Kandidaten mit Sturm zu kämpfen. Wer kam eigentlich bei den Behörden auf die Idee, am Wahlsonntag die B 49 zwischen Dalheim und Solms zu sperren? Das wäre fast ein Affront gegen unseren Wetzlarer Exportschlager Christoph Schäfer, denn: "Stell Dir vor, es ist Wahlsonntag, und Du kommst nicht hin!"

Aber es gibt auch Erfreuliches zu berichten, denn die Ballsaison ist wieder eröffnet. Und so traf man sich am Samstag auf dem "Ball der Wirtschaft" in der Stadthalle Wetzlar. Hauptattraktion waren die "Drei Stimmen", ein beliebtes Gesangstrio. Es sollen deshalb verdächtig viele Wetzlarer FDP-Mitglieder dort gewesen sein, denn für ihre Partei ist es bekanntlich nicht mehr so einfach, überhaupt mal drei Stimmen zu bekommen. Und für die anwesenden CDU-Mitglieder war dies sicher eine ganz neue Erfahrung: Drei verschiedene Stimmen und noch dazu harmonisch im Einklang.

Aber ich muss noch mal das Thema wechseln. Lieber Gerhard Herr, mein ehemaliger Lateinlehrer von der Bebel-Schule, ich grüße Sie an dieser Stelle, denn ich hätte nicht gedacht, wie schnell ich das Erlernte nach 27 Jahren brauchen könnte. Denn seit einiger Zeit fühlen sich nicht nur Touristen bei uns wohl, nein, in unserem Schwimmbad tummeln sich bekanntlich ebenfalls Gäste, aber eher ungebeten. Wissen Sie, was ein "Pseudomonas aeruginosa" ist? Das ist er, der Keim, der die Verantwortlichen ins Schwimmen bringt, wobei dieser Ausdruck wohl eher unpassend erscheint.

Irgendwie klingt es lateinisch gleich viel angenehmer. Das Europabad soll angeblich künftig nur noch "Thermae Desastriosum" genannt werden, die ratlosen Fachleute "Expertae Konfusionem" und der mögliche Eröffnungstag "Dies Sanktnimmerleinae".

Lieber Oberbürgermeister Wolfram Dette, pardon, werter "Rex Wetflariae permanentum": Bitte sprechen Sie ein Machtwort und beenden Sie dieses Drama. Denn ich muss gestehen: Mir fallen allmählich keine Pointen mehr zu dem Thema ein. Man könnte auch sagen: Ich bin mit meinem Latein am Ende. Dies schreibt

frank & frei

Ihr Frank Mignon


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2012
Kommentare (0)
Mehr aus Serie: Kolumne "frank und frei"
  • Frank & frei
  • Frank & frei
  • Frank & frei
  • Frank & frei
  • Frank & frei