Frank & frei

aus Anlass des Verkehrschaos am Hermannsteiner Steinbruch veröffentlichen wir ein Protokoll, welches die Ereignisse vom 11. bis 18. April zusammenfasst. Diese Zeitung berichtete unlängst ausführlich.

Montag, 11. April, 7 Uhr: In Ausgabe Nr. 355 der beliebten satirischen Kolumne "frank & frei" deutet der Autor an, dass sich der kleine Wetzlarer Stadtteil Blasbach angeblich künftig als neue Steueroase in Stellung bringen wolle.

9 Uhr: Der Vorstand der Sparkasse Wetzlar beschließt nach Rücksprache mit dem Verwaltungsrat einstimmig, die Kolumne diesmal bis zum Ende durchzulesen, da eine Mitarbeiterin des Vorstandssekretariats versicherte, es gehe irgendwie um "Geld" und "Sparen".

9.12 Uhr: Erste Speditionsunternehmen rüsten ihre Fahrzeuge von Schüttgut auf Wertsachentransport um.

19.12 Uhr: Da man der hessischen CDU seit deren Zusammenarbeit mit den Grünen grundsätzlich in Sachen Geld- und Steuerpolitik misstraue, wird ein FDP-Mann als neuer Blasbacher Ortsvorsteher installiert.

Dienstag, 12. April, 9.52 Uhr: In liberalen Kreisen zeigte man sich erleichtert, nun wenigstens in Blasbach wieder mal an verantwortlicher Stelle lautstark über ein echtes FDP-Thema reden zu können und sich nicht dauernd in betont angestrengter Erregung mit diesem Windkraftdingsda-Zeug befassen zu müssen.

10.30 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Wetzlar Norbert Spory erklärt seinen Vorstandskollegen, wo "dieses Blasbach" liegt.

Mittwoch, 13. April, 11 Uhr: Im "Handelsblatt" erscheint ein Artikel, der sich lobend über die steuerlichen Verhältnisse in diesem bislang weitestgehend unbekannten Wetzlarer Stadtteil äußert.

11.30 Uhr: Im Wetzlarer Stadtgebiet ist diese Ausgabe des "Handelsblattes" bereits vergriffen.

14 Uhr: Der Blasbacher Ortsvorsteher verkündet die Abschaffung der Erbschaftssteuer und Einschränkungen bei freien Internetzugängen.

14.01 Uhr: Die Mitglieder des Altstadtvereins Wetzlar ziehen geschlossen nach Blasbach.

Donnerstag, 14. April, 7.05 Uhr: Augenzeugen berichten von ersten Lastwagen, die wie üblich mit Baumaterial auf den Baustellen im Gebiet "Deutschherrenberg" ankommen, dann aber nicht mehr, wie sonst, leer abfahren, sondern wiederum schwer beladen durch den "Wahlheimer Weg" manövrieren.

11.08 Uhr: In Braunfels und Lahnau sind sämtliche LKW und sonstige Nutzfahrzeuge ausgebucht.

11.25 Uhr: Die Steinbruch-Betreiber-Firma "Heidelberg Sand & Kies" benennt sich in "Blasbach: Ihren Kies in den Sand" um.

13.10 Uhr: Erste Anrufe beim Ordnungsamt wegen langer LKW-Schlangen vor der Steinbruch-Einfahrt Richtung Blasbach wie im WNZ-Artikel vom Samstag, 16. April, beschrieben.

16 Uhr: Annahmestopp im Steinbruch wegen Überlastung.

Samstag, 16. April, 10 Uhr: Der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer äußert sich zur Lage und zeigt sich dankbar für die Gelegenheit, endlich mal selbst eine Art von "Aufnahmestopp" verkünden zu dürfen, ohne dauernd das Genörgel des grünen Wiesbadener Koalitionspartners ertragen zu müssen.

Montag, 18. April, 10 Uhr: Der auf Druck der Sparkasse Wetzlar aufgelegte Fonds "DEKA Blasbach Strategie 2016" wird wegen zu starken Ansturms um 10.08 Uhr wieder geschlossen.

12 Uhr: Unter der Kontrolle der UNO wird am Schützenhaus Hermannstein ein Erstaufnahmelager errichtet.

15.13 Uhr: Blasbach einigt sich mit Panama, den Cayman-Inseln, Liechtenstein sowie Luxemburg auf feste Verteilungsquoten bei der Aufnahme von Steuerflüchtlingen.

Dies schreibt frank & frei

Ihr Frank Mignon


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