Frank & frei

Meinem Nachbarn fielen natürlich auf der Stelle ungefähr zehn Personen ein, die er mit dem Ziel, die Luft reiner zu machen, sofort aus unserer Stadt na ja, Sie wissen schon, was ich meine. Das Gerücht, aufgrund der Messungen hätte der Blasbacher Ortsvorsteher aus Rache für die jahrelangen Demütigungen seines Ortsteils durch die Hermannsteiner Karnevalisten angeregt, die Sperrung der Landesstraße L 3053 bis auf Weiteres aufrechtzuerhalten und sein idyllisch im Wald gelegenes Dorf zum gefahrlosen "Luftkurort" zu ernennen, konnte allerdings nicht bestätigt werden.

Folglich ist wohl auch der aufgetauchte Werbeslogan "Stinkt Dir der Mief in Hermannstein / komm ruhig zu uns nach Blasbach rein" als schlechter Scherz zu betrachten. Wo wir schon beim Thema "Staub" sind: Aus demselben hat sich doch wieder einer gemacht. Geht es Ihnen genauso wie mir? Ich verwechsele immer die "Wetzlarer CDU" mit der "Wetzlarer Karnevalsgesellschaft". Den unverschämten Einwurf meines Nachbarn, dies läge an der ähnlich hohen Anzahl an Pappnasen, weise ich allerdings entschieden zurück, denn meines Wissens werden solche karnevalistischen Scherzartikel seit Jahren nicht mehr bei den Sitzungen getragen. Vielmehr liegt die Verwechslungsgefahr an einer, vorsichtig mathematisch ausgedrückt, recht großen Schnittmenge der handelnden Personen. Das Gerücht, bei manchen früheren CDU-Stadtverbandssitzungen habe man versehentlich die strittigen Tagesordnungspunkte mit einem "dreifachen Helau" abgesegnet, muss allerdings in das Reich der Fantasie verbannt werden, denn "strittige Tagesordnungspunkte" hat es in einem ordentlichen CDU-Stadtverband nicht zu geben.

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Angeblich versuchen die Sozialdemokraten seit Jahren erfolglos, eigene V-Leute in den engeren WKG-Kreis zu schleusen, es sollte sogar "Brüder zur Sonne" zu "Aus dem Dunkeln rein ins Schunkeln" umgedichtet werden.

Dass Hans-Jürgen Irmer sofort eine Gegenaktion mit dem Titel "Keine Roten bei den Zoten" gestartet haben soll, ist allerdings wohl ebenso ein Gerücht. Jetzt weiß ich es auch wieder: Christoph Schäfer ist von seinem Amt als Sitzungspräsident der WKG zurückgetreten. Der Abschiedssatz "Bitte geht in Zukunft noch respektvoller miteinander um", ausgerechnet aus dem Munde Schäfers, sorgte angeblich bei einigen Lesern für Schmunzeln und mein Nachbar warf sogleich ein, ebenso hätte die Konditorei Glässel zum maßvollen Umgang mit Süßspeisen aufrufen können. Jetzt muss es für ihn nur noch mit der Oberbürgermeister-Sache klappen. Das wäre ein Fiasko: 17 Jahre tapfer in der ersten Reihe mitgeschunkelt und dann wird doch der Manfred Wagner vom Volk gewählt. Und der war weder Senator noch im Elferrat. Die Welt kann manchmal wirklich grausam sein.

Dies schreibt frank & frei

Ihr Frank Mignon


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