Frank & frei

ich habe heute wenig Zeit, da es ja so viel auf dem Hessentag zu sehen gibt. Und man will ja nichts verpassen. Mein Nachbar hatte sich schon vor Beginn des großen Festes vorgenommen, ordentlich zu meckern. Aber das ist angesichts der guten Organisation durch die Verantwortlichen gar nicht so einfach.

Man kommt eigentlich überall ganz gut durch, das ganz große Chaos ist bislang ausgeblieben, der Elton John war schließlich doch noch da, und genug Getränke sind auch vorhanden.
Zum Thema Getränke: Wichtig ist, dass man immer alles in einem großen Zusammenhang sieht. Haben Sie es neulich auch gelesen: Das Wassergeschäft der Stadt fährt pro Jahr 344 000 Euro Minus ein. Ein Grund ist, dass wir alle zu wenig Wasser verbrauchen. Also, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger: Öfter mal den Hahn aufdrehen, den Rasen sprengen, die Kinder baden  und statt am Bierzapfhahn oder an der Weinflasche lieber mal am heimischen Gartenschlauch nippen. Raus mit den neumodischen Spar-Perlatoren aus der Dusche, die Stadtkasse wird es uns danken.

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Es wird auch langsam Zeit, dass unser Europabad wieder in Betrieb genommen wird, denn schließlich müssen auch dort die Becken auf Stadtkosten gefüllt werden. Man könnte auch zusammenfassend feststellen: Nur wenn wir alle genug Wasser verbrauchen, ist das Stadtsäckel wieder flüssig. Denn das Wasser, welches wir verbrauchen, steht anschließend nicht mehr zur Verfügung, um dem Kämmerer bis zum Hals zu stehen.

Jetzt wird auch langsam klar, warum es ausgerechnet holländische Stadtplaner aus Maastricht sein mussten: Was meinen Sie, wie viel Wasser draufgeht, wenn die uns tatsächlich die Bahnhofstraße zur Gracht umgestalten. 100 Meter Gracht und die Stadtkasse ist saniert. Liebe Frau Kuhn von Haus & Grund, wenn Sie so treffend feststellen: "Wetzlar ist nicht Maastricht", so möchte ich hinzufügen: "Noch nicht, noch nicht."

In dieser Phase kommt die Sache mit dem "Weinberg" am ehemaligen Standortübungsplatz als Naturerbe eher ungünstig. Als ich die Meldung im Lokalteil gelesen habe, kam mir sogleich in den Sinn: Welche Rebsorten könnten denn in Wetzlar gedeihen? Für die Stadtregierung reichen ein "Grüner Veltliner" und der "Rote Muskateller" im Prinzip aus. Der"Schwarzriesling" ist zu meiden, denn er neigt besonders in der Spitze zum Verfilzen. Aber da besteht ja derzeit in Wetzlar keine Gefahr.

Ministerpräsident Volker Bouffier hat ja höchstpersönlich unsere Willkommens-Skulptur am Bahnhof enthüllt. Für ihn war das keine besonders schwierige Aufgabe, denn für jemanden, der schon so lange wie er in der hessischen CDU in führender Position aktiv ist, sind Enthüllungen nichts Ungewöhnliches. Was mag er wohl beim Anblick dieses Kunstwerkes gedacht haben? Ganz klar: Als waschechter Gießener kam ihm sicher als erstes in den Sinn: Liebe Wetzlarer, dieses Ding gönne ich Euch! Wir sehen uns am Freitag, 8. Juni, von 11 bis 12 Uhr in der Hessentagslounge der Zeitungsgruppe Lahn-Dill in der Mühlgrabenstraße vor den Alloheim.

Dies schreibt frank & frei

Ihr Frank Mignon


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