Frank & frei

kaum zu glauben, jetzt ist der Hessentag schon über eine Woche vorbei und einige Zelte stehen immer noch. Man hat fast den Eindruck, als habe unsere Kämmerei den Bill gebeten: "Lasst die Dinger noch eine Weile stehen. Falls wir nach dem Fest unser Rathaus verpfänden müssen, haben wir wenigstens auf der Lahninsel ein provisorisches Dach über dem Kopf." Vorher bekommt unser Rathaus noch einen neuen Rettungsweg in Gestalt eines neuen Treppenhauses. Angeblich sollen Sicherheitsbestimmungen diese Baumaßnahme notwendig gemacht haben, denn im Ernstfall könnte sich in solchen Treppenhäusern schnell ein Gedränge bilden.

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll unser SPD-Bürgermeister Manfred Wagner diese Baumaßnahme sehr begrüßt haben, kann er doch nun darauf hoffen, dass ihm beim Weg nach oben nicht ständig Leute im Weg stehen. Und die CDU kann bei mehr als einem Treppenhaus davon ausgehen, dass ihr, wenn es wieder aufwärts geht, nicht ständig jemand aus den eigenen Reihen entgegenkommt. Den Grünen und der FDP ist das Treppenhaus angeblich wurscht, denn die Geschwindigkeit, mit der es bei ihnen auf- und ab geht, ist ohne Fahrstühle ohnehin kaum zu bewältigen. Nur die FWG ist wohl etwas überfordert, muss sie doch künftig in zwei Richtungen schauen, wenn sie wissen will, wohin die Menge rennt und wo man sich anschließen will.

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 Bei uns wird aufgeräumt und in Kassel rüstet man sich bereits für die große Sause 2013. Und die Nordhessen haben einen großen Vorteil: Die Baumaßnahmen, die als Geschenk aus Wiesbaden die Infrastruktur der jeweiligen Hessentagsstadt stärken sollen, sind ja dort bereits vorhanden. Man denke nur an den Flughafen Kassel-Calden. Obwohl das nicht so ganz stimmen kann, denn es sollen ja nur sinnvolle Baumaßnahmen unterstützt werden. Angeblich soll der Hessentags-Beauftragte der Landesregierung, Heinrich Kaletsch, vorgeschlagen haben, das eher ruhige Flughafengelände in das Landesfest einzubeziehen: "Da ist so wenig los auf dem Flugplatz, da ziehe ich zwischen zwei Starts und Landungen locker 10 Tage Landesausstellung samt Großkonzerten durch!"

Und Elton John könnte mit seinem Jet direkt an die Bühne rollen. Eine Begrüßungsskulptur bräuchte man der Stadt Kassel ebenfalls nicht zu spendieren, da nach der "Documenta" immer genügend Kram übrig bleibt, der ohnehin sonst von allzu eifrigen Hausmeistern achtlos weggeschmissen würde.

Da war doch noch was. Jetzt weiß ich es wieder: Angeblich soll unser grüner Kreis-Sozialdezernent Günther Kaufmann-Ohl den CDU-Landtagsabgeordneten Ismail Tipi unter anderem mit den Worten "Dies ist meine Veranstaltung hier (…), Sie schmücken sich nicht mit fremden Federn" angefahren haben, als dieser sich beim Hessentagszug an der Ehrentribüne vor laufenden Kameras in die Reihen der türkischen Folkloregruppe begab. Meine Herren, ich soll Sie beide von meinem Nachbarn grüßen und Ihnen ausrichten, dass diese Veranstaltung weder Ihnen, Herr Kaufmann-Ohl, noch Ihnen, Herr Tipi, gehört, sondern den 1,2 Millionen zufriedenen Besuchern sowie den über 4000 Helferinnen und Helfern.
 
Dies schreibt frank & frei

Ihr Frank Mignon


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