Frank & frei

und Leser,

es gibt ein Thema, über das seit Tagen im ganzen Land gesprochen wird.

Es geht um einen älteren Herrn, den man mit leichten Anzüglichkeiten in Verbindung bringt. Sie wissen sicher schon, um wen es sich handelt.

Nein, ich meine nicht den Einen, sondern den Anderen, den beliebten Sänger Roland Kaiser, der ja nun leider sein Konzert in Wetzlar nicht geben konnte und in dessen Werken wir erfahren, dass eine gewisse "Joana" nicht nur "geboren" wurde "um Liebe zu geben" und nichts anderes im Sinn hat als "verbotene Träume" zu erleben. Wir lernen an anderer Stelle auch, dass dieser freundliche Herr im schicken Anzug "eine Nacht das Wort ,Begehren‘ buchstabieren" möchte, weil ihm angesichts der Frau seines besten Freundes ständig in den Sinn kommt: "Manchmal möchte ich schon mit Dir". Und dass "der Frömmste nicht in Frieden leben" kann, "wenn ihm die schöne Nachbarin gefällt" zeigt doch wieder einmal, dass die Herren der Schöpfung nur zu gerne Ursache und Wirkung verdrehen.

Hand aufs Herz, Sie dachten zunächst, es handele sich bei dem von mir erwähnten Herren um unsere pfälzische Frohnatur Rainer Brüderle. Aber es gibt zwischen den beiden Herren klare Unterschiede: Bei Auftritten des Einen wird "Sieben Fässer Wein" gesungen, bei Auftritten des Anderen werden sie getrunken.

Da ist man dann schnell mal "Schachmatt" und betet angesichts der Kopfschmerzen am nächsten Tag schon mal zur "Santa Maria". Und überhaupt: "Lieb mich ein letztes Mal", "Haut an Haut", "Dich zu lieben": Angesichts der laufenden Debatte denken sich manche Herren in den etablierten Parteien sicher: "Schlagersänger müsste man sein, den ganzen Abend den anwesenden Damen frivole Sachen entgegenhauchen und dafür von diesen auch noch bejubelt werden. Die Welt kann manchmal ganz schön ungerecht sein."

Soeben erreichen mich beunruhigende Nachrichten: Der hessische FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Greilich schlug allen Ernstes vor, angesichts des einseitig wirkenden Länderfinanzausgleichs über eine Eingliederung von Rheinland-Pfalz in unser Hessenland nachzudenken. Du liebe Zeit, jetzt werden sie übermütig. Vielleicht hat dieser Vorschlag ja auch noch ganz andere Gründe, gäbe doch ein Besatzungsmacht-Status in unserem Nachbarland den hessischen Liberalen immerhin die Möglichkeit endlich den Brüderle in seinem Gonsenheimer Weinkeller unter Arrest zu stellen, damit er bis auf Weiteres keinen Schaden anrichten kann.

Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen bereits Pläne unter dem Tarnnamen "Ab heute wird zurückgebembelt" vorliegen, mit denen die Hessen ihre Vormachtstellung über dem fremden Territorium festigen wollen. So soll der Verzehr von Saumagen nur noch solchen Personen gestattet sein, die aufzählen können, was alles drin ist. Wer es dann noch verzehrt, ist selber schuld.

Als Statthalter in Mainz sollte ursprünglich Hans-Jürgen Irmer eingesetzt werden, dieser lehnte jedoch strikt ab, da es ihm nicht zuzumuten sei, sich dauerhaft in einer Region aufzuhalten, die jedes Gespräch mit dem Wort "Alla" beschließt.

Dies schreibt

frank & frei

Ihr

Frank Mignon


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