Frank & frei

rechtzeitig zur heißen Phase des närrischen Frohsinns konnte unsere Stadtverordnetenversammlung mit großem "Humba Täterä" den ersten rot-grünen Haushalt verabschieden. Leider geht es ja mit den Gewerbesteuereinnahmen "Auf und nieder immer wieder", so dass immer wieder die Frage aufkommt: "Wer soll das bezahlen". Wenn man in das Gesicht unseres Oberbürgermeisters schaut, wie er nach erfolgter Wahl des neuen Stadtrates auf dem Foto neben Norbert Kortlüke steht, da kann man förmlich hören, wie er innerlich singt "Wenn das so weiter geht".

Das ist aber auch für die Wetzlarer FDP ein echtes "Links, rechts, vor, zurück", denn versuchen Sie mal, dauerhaft in der Opposition Kritik an der Stadtregierung zu üben und gleichzeitig den Oberbürgermeister zu loben. Die FWG zeigt sich verlässlich, denn "Wenn et Trömmelche jeiht, dann stann mer all‘ parat" und da man ja immerhin mit Harald Semler einen Mann im städtischen "Elferrat" untergebracht hat, empfiehlt es sich, bei Abstimmungen stets das Motto zu bewahren "Da simmer dabei".

Und überhaupt, was gibt es für einen Freien Wähler Schöneres als "Einmal Prinz zu sein". Ob allerdings die Haltung der SPD in Sachen "Neue Baugebiete" von der Opposition durch ein Anstimmen des bekannten Gassenhauers "Da hat das rote Pferd sich einfach umgekehrt" kommentiert wurde, konnte nicht abschließend geklärt werden, denn bislang lag das einzige verfügbare städtische Baugrundstück ausgerechnet in Blasbach.

Und wer will schon nach dem Einzug ins neue Eigenheim ständig von seiner Familie hören: "Nach Hause, nach Hause, nach Hause geh’n wir nicht!" Thomas Heyer zeigte als finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion wieder einmal, dass man zwar aus der Opposition nicht "Die Hände zum Himmel" strecken sollte, wenn "die Karawane weiter zieht", aber durch seine erneute Kritik an der für finanziell schlechter gestellte Bürger eingeführten "Wetzlar-Card" bewies er immerhin, dass nach wie vor gilt:

"CDU und Besserverdienende: Echte Fründe stehe zusomme". Also, Ihr ärmeren Mitbürger: Statt unverschämte Wünsche nach einen Kinobesuch, einen Nachmittag im Museum oder verbilligten Fahrten im Stadtbus zu äußern, solltet Ihr lieber "De Ahle e paar Blömcher schenke" und brav zu Hause bleiben. Denn die Wetzlarer CDU bezeichnet die Hilfe zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben als "falsche Anreize" und unterstellt vermutlich bei jeder Zuwendung "Die versaufe der Oma ihr klein Häusche".

Unsere SPD denkt hingegen: "Trink doch eene mit", denn wie sagte schon der unvergessene Robert Lembke einst: "Das Hauptproblem in unserer Gesellschaft ist, dass wir nur solche Leute zum Essen einladen, die sich selbst eins kaufen können".

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll es am Rosenmontag eine Polonäse am Rasselberg geben, bei der man die Widerstands-Aktionen der Bürgerinitiative mit den Worten "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei" endgültig begraben möchte. Also, immer daran denken: "Wir sind alle kleine Sünderlein".

Dies schreibt frank & frei mit einem dreifachen "Wetzlar Helau"

Ihr

Frank Mignon


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