Frank & frei

am vergangenen Wochenende feierte die Welt den "Internationalen Tag des Artenschutzes" und man erfuhr, was es so alles Schützenswertes um uns herum gibt. Besonders gefallen hat mir neulich in unserer Tageszeitung, dass ich zuerst einen Bericht über die hessische FDP samt dem üblichen blau-gelben Foto zu lesen bekam, dann in einem anderen Artikel erfuhr, dass der "kleine Sonnenröschen-Bläuling" ein besonders schützenswertes Geschöpf sei und mir schlagartig klar wurde, dass dies die wahrscheinlich netteste Beschreibung für unseren Landtagsabgeordneten Dr. Matthias Büger sein muss, die wir je zur Kenntnis nehmen durften.

Überdies hat ja neulich der Philipp Rösler mit 1000 geladenen Gästen seinen 40. Geburtstag gefeiert. Die Veranstaltung unterschied sich nur unwesentlich von einem normalen FDP-Parteitag, denn dort sind die Anwesenden beim Anblick ihrer Führungsriege ebenfalls meist ganz schön geladen. Unklar blieb nur: Wer schützte Rösler vor Jörg-Uwe Hahn, dem hessischen FDP-Chef? Darauf haben nicht mal die Umwelt-Aktivisten eine Antwort.

Doch es gibt noch ganz andere gefährdete Arten, besonders unter den sogenannten "Konservativen". Dass allerdings ein Foto von Hans-Jürgen Irmer bereits auf der Internetseite des "World Wide Fund For Nature" zu finden sei, muss als infames und von verhetzten Linken gestreutes Gerücht angesehen werden. Denn erstens ist keineswegs geklärt, wovor man Irmer schützen müsste und zweitens warf mein Nachbar neulich am Gartenzaun die Frage auf: "Wer schützt uns vor Irmer?" Das musste selbstverständlich sofort bei einem kühlen Bier besprochen werden.

Auch der Schutz von Leib und Leben unserer Rathaus-Mitarbeiter samt Stadtregierung sollte uns etwas wert sein. Und so erfuhren wir, dass beispielsweise dem Stadtverordneten-Sitzungssaal ein zweiter Rettungsweg fehle. Dabei sollte gerade in der aktuellen Debatte um die Baugebiete in unserer Stadt den Verantwortlichen jede zusätzliche Fluchtmöglichkeit willkommen sein, denn es wäre Stadtrat Harald Semler nun wirklich nicht dauerhaft zuzumuten, sich während jeder weiteren Bürgerversammlung fluchtartig aus dem Sitzungssaal an einem Feuerwehrschlauch abzuseilen.

Und auch für die CDU ergeben sich neue Möglichkeiten, kann doch deren Parlaments-Spätheimkehrer Christoph Schäfer künftig viel schneller aus dem Saal stürmen, wenn wieder irgendwo ein Kandidat gebraucht wird.

Gefährdet sind übrigens, wie man liest, auch die "Rotmilane", denn deren territoriales Verhalten ist nicht sehr ausgeprägt und bei Streitigkeiten um einen günstigen Nistplatz ist in der Regel der Rotmilan der Unterlegene. Ob sich daraus allerdings eine Erklärung für das Verhalten unserer Wetzlarer SPD in Sachen "Baugebiete" ableiten lässt, ist bei der heimischen CDU bislang umstritten.

Mein Nachbar wollte neulich wissen: "Du, Frank, zahlt man bei der CDU Wetzlar als Besserverdienender eigentlich noch Mitgliedsbeiträge oder ist das schon ,Schutz-Geld‘?" Mir fällt da ein altes chinesisches Sprichwort ein: "Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen".

Dies schreibt frank & frei

Ihr Frank Mignon


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