Entlastung für ein paar Stunden

HELFT UNS HELFEN Paten in Braunfels unterstützen Familien

Freuen sich auf das Projekt: Roswitha Zoth, Bereichsleiterin der AWO, und Sozialpädagogin Sabrina Schäfer. (Foto: Straßheim)

"Kinder bringen viel Freude, doch die Erziehung und das Leben mit ihnen ist heute auch eine Herausforderung. Immer mehr Familien können deshalb von einer zusätzlichen Unterstützung profitieren - vor allem in schwierigen Lebensphasen", sagt Roswitha Zoth, Fachbereichsleiterin der AWO.

Für die Umsetzung des Projekts in Braunfels ist Sozialpädagogin Sabrina Schäfer verantwortlich. Im Braunfelser Rathaus hat sie sich ein Büro eingerichtet, um bei Problemen, Fragen oder Anregungen vor Ort präsent zu sein.

Seit Mai sind die Familienpatenschaften in Planung. Im Sommer gab der Lahn-Dill-Kreis, der zusammen mit der AWO KV Lahn-Dill in Braunfels und dem Deutschen Roten Kreutz (DRK) in Dillenburg das Projekt ins Leben gerufen hat, grünes Licht für die Umsetzung.

Austausch mit Institutionen

Anschließend galt es für Sabrina Schäfer, ehrenamtliche Familienpaten zu gewinnen. Dies sollten Menschen sein, die Zeit haben, verantwortungsvoll und zuverlässig sind und die nötige Reife besitzen, sagt Zoth. Deren Aufgaben könnten zum Beispiel sein: Regelmäßig wöchentlich Zeit mit kleinen Kindern im Alter zwischen null und drei Jahren zu verbringen, ein Elternteil beim Gang zu einer Behörde begleiten oder dazu beitragen, dass die Familien ein soziales Umfeld aufbauen.

Acht bis zehn Ehrenamtliche zu gewinnen ist das Gesamtziel bis Jahresende. Vier Paten haben bereits ihr Interesse bekundet, diese nehmen nun in diesem Monat an einer Schulung teil, um danach mit den Familien arbeiten zu können. "Kommunikation, Kinderschutz und Verschwiegenheit sind Schwerpunkte in diesen Seminaren", erklärt Schäfer, die auch regelmäßige Fortbildungen und Gespräche zwischen den Paten untereinander organisiert.

Schäfer ist es auch, die Familien hilft, ihren "richtigen" Paten zu finden. "Das ist ganz wichtig, denn Pate und Familie kommen sich privat sehr nahe", verdeutlicht Roswitha Zoth. Bis es aber soweit ist, muss Schäfer erst einmal Kontakte zu Familien gewinnen, die an einer Patenschaft Interesse haben. "Familien brauchen keine Hemmungen haben, sich zu melden, im Gegenteil: Es ist doch positiv, wenn sie entlastet werden. Dafür sind die Paten da."

Im Moment gilt es für Schäfer und Zoth, das Projekt bekannt zu machen. Aus diesem Grund steht sie im ständigen Austausch mit Kindertagesstätten, Hebammen und Kinderärzten in Braunfels. "Eltern können unverbindlich über sie und direkt mit mir Kontakt aufnehmen und sich über eine mögliche Patenschaft informieren", sagt die Sozialpädagogin.

Noch vor Weihnachten soll es los gehen und die Paten in die Familien gehen.

Sabrina Schäfer ist von dem Projekt überzeugt: "Familien sollen wissen, dass es hier in Braunfels mit den dazugehörigen Stadtteilen für sie Unterstützung gibt. Wir hoffen, dass sie unsere Hilfe auch annehmen werden."


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