Paten tragen viel Verantwortung

HELFT UNS HELFEN 13. Aktion dieser Zeitung unterstützt Projekte in Mittelhessen

Die Sammelbüchsen warten darauf, gefüllt zu werden. Die Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung von "Helft uns helfen" im Wetzlarer Pressehaus. (Foto: Reeber)

In diesem Jahr unterstützt der Verein, der von leitenden Mitarbeitern der Zeitungsgruppe Lahn-Dill ins Leben gerufen worden ist, Institutionen, die Menschen in den verschiedensten Lebenssituationen helfen.

Schon im 13. Jahr werden engagierte Helfer aus Mittelhessen für ihre freiwillige Arbeit durch "Helft uns helfen" unterstützt. In diesem Jahr sammelt die Aktion Spenden für bisher 13 Vereine oder Institutionen. Sie alle setzten sich für Hilfesuchende ein, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Und zwar individuell und mit ihrer ganzen Kraft - in Form von Patenschaften. "Die Gesellschaft lebt davon, dass es solche Gruppen gibt", sagt Uwe Röndigs, Chefredakteur dieser Zeitung, ehe er noch anfügt: "Es geht um Menschen, die direkte Hilfe von Angesicht zu Angesicht leisten."

Keine einfache Aufgabe und ein hartes Stück Arbeit, wie die die Teilnehmer bestätigen: "Dennoch macht es Spaß, wenn man sieht, wie lernwillig die Bedürftigen sind", sagt Georg Ehm aus Blessenbach. Das Dorf im Landkreis Limburg-Weilburg bekam 2013 Flüchtlinge zugewiesen. Zusammen mit der Kirche und dem Sportverein setzt sich Ehm für die Flüchtlinge ein. So fungieren zum Beispiel Ehrenamtliche als Lesepaten.

Lesepaten gibt es auch bei der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar, die direkt in Familien hineingehen, die in sozialen Brennpunkten wohnen. "Wir wollen Kindern neue Zugänge ermöglichen und dadurch auch bei den Eltern ein Umdenken ermöglichen", nennt Thomas Le Blanc die Ziele.

Überhaupt stehen Familien bei den Patenschaftsprojekten besonders im Blickpunkt. So auch beim Deutschen Roten Kreuz in Dillenburg. Dort lassen sich Paten als "Leihomas" ausbilden, die die Eltern zusätzlich unterstützen und selbst kinderlieb sind. "Eine klassische "Win-Win-Situation", sagt Birgit Battenfeld.

In dieselbe Kerbe schlägt Sabrina Schäfer, die für die Arbeiterwohlfahrt in Braunfels ein ähnliches Projekt betreut: "Oft reicht es aus, wenn die Paten mit den Kindern auf den Spielplatz gehen und somit den Eltern eine kleine Pause ermöglichen." Das Angebot richtet sich an Null- bis Dreijährige, Ältere haben aber in Mittelhessen weitere Angebote.

Jürgen Klemm sagt: "Eigentlich müssen wir noch so viel mehr tun"

So haben die Malteser in Wetzlar, das Bildungsforum Mengerskirchen und der Verein "Passion 1" in Marburg eine Gemeinsamkeit: Sie haben Paten, die individuell Kinder und Jugendliche betreuen. Die Malteser in Wetzlar arbeiten dabei mit den Schulen zusammen und fördern vor allem "sozial schwache Familien", wie Philipp Endress erklärt. Dass dies nicht immer einfach ist, weiß Gaby Pötz vom Bildungsforum Mengerskirchen. "Wir müssen sehr oft an der niedrigsten Stelle anfangen und Kindern zeigen, wie man sich eigentlich richtig wäscht."

Viel Zeit müsse also investiert werden, wie auch Andreas Fricke von "Passion 1" sagt. Zusammen mit seinem Team betreut er das Projekt "Balu und Du". Ganz nach dem "Dschungelbuch betreuen Paten (Balus) ihre Kinder (Moglis). "Der Bedarf ist riesig", so Fricke.

Auch der Suchthilfe "Hand in Hand" geht es um das Wohlergehen von jungen Menschen. So haben sie Paten, die sich um Kinder kümmern, deren Familienmitglieder eine Suchtkrankheit haben. "Sie sollen mit unseren Ehrenamtlichen eine unbeschwerte Zeit haben", erklärt Ingrid Müller.

Den Kummer für einen Moment vergessen sollen auch Angehörige, die von den Pflegebegleitern betreut werden. Eine Idee des Freiwilligenzentrums Mittelhessen. "Menschen, die Familienmitglieder pflegen, nehmen sich manchmal selbst nicht mehr richtig wahr und brauchen Hilfe", sagt Ute Ketter.

Ein weiteres Projekt des Freiwilligenzentrums sind die Integrationslotsen. Dabei unterstützen Migranten, die schon länger in Deutschland wohnen, Ausländer, die neu in Wetzlar sind, und helfen mit ihren eigenen Erfahrungen. "Sie brennen darauf, diesen Menschen etwas zurückzugeben", verdeutlich Ketter."

Über reichlich Erfahrung verfügen auch die Wirtschaftsexperten, eine Gruppe rüstiger Rentner. Sie unterstützen Menschen, die den Traum von der eigenen Firma in die Realität umsetzen wollen. "Wir Paten verfügen zusammen über 1600 Berufsjahre und haben über 7000 Aufträge abgewickelt", sagt Wolfgang Leschhorn nicht ohne Stolz.

Individuelle Unterstützung gibt es auch beim HiNN (Hinterländer Netzwerk Nachbarschaftshilfe). Dort wurde die Idee der klassischen Nachbarschaftshilfe neu ins Leben gerufen. Davon profitieren vor allem die älteren Menschen. "Es ist einfach schön zu sehen, was alte Menschen, die ein wenig Unterstützung bekommen, noch für Potenzial haben", so Daniel Simmer.

Die Diakonie Lahn-Dill unterstützt nicht nur alte Menschen, sondern begleitet sie auf der letzen Wegstrecke des Lebens. Mechthild Kühn erklärt: "Das ist sehr privat und auch sehr intensiv."

Dass nicht immer nur Menschen als Paten auftreten müssen, beweisen die Malteser in Limburg. Zusammen mit ihren Vierbeinern besuchen Ehrenamtliche Alte oder Kranke. "Wir merken, dass Hunde noch Vitalität aus den Menschen herausholen können, und die Nachfrage nach unserem Dienst ist sehr groß", verdeutlicht Jürgen Klemm, der bei seinem letzten Satz die volle Zustimmung aus dem Plenum erhielt: "Eigentlich müssten wir noch so viel mehr tun.


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