Senioren freuen sich auf "Foxy"

HELFT UNS HELFEN Hund ist Pate

Engagieren sich ehrenamtlich: Renate Enold und Hündin "Foxy" vor dem Seniorenheim Pro Cura in Runkel. Die Vierbeiner gehört zu den Malteser-Hunden, die alte Menschen besuchen.

Verbringen einmal die Woche für eine Stunde Zeit miteinander: Hündin "Foxy" mit ihrem Frauchen Renate Enold (li.) und Seniorin Maria Wiwjorra. (Fotos: Straßheim)

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Senioren freuen sich auf "Foxy"

Seit etwa einem Jahr sind Enold und "Foxy" für die Malteser im Einsatz. "Foxy" selbst kommt ursprünglich aus Griechenland, in den Straßen von Tessaloniki suchte sie ein zu Hause. Über das Internet wurde Enold auf die kleine Hündin aufmerksam und holte sie spontan zu sich. Zehn Jahre ist das jetzt schon her.

Über den Malteser-Besuchshundedienst erfuhr sie aus der Zeitung. Spontan kam ihr der Gedanke, sich zusammen mit "Foxy" ehrenamtlich zu engagieren. "Ich habe bei meinem Hund schon früh festgestellt, dass er ein sehr soziales Verhalten hat", sagt sie. Aber auch für Renate Enold ist ihr Engagement und ihre Patenschaft für die Senioren selbstverständlich. "In ein paar Jahren bin vielleicht auch ich mal pflegebedürftig. Da möchte ich auch nicht alleine sein."

Im Seniorenheim Pro Cura angekommen, gibt es für "Foxy" kaum ein halten mehr. Zielstrebig läuft sie Richtung Fahrstuhl. Hundeführerin Renate Enold hat Mühe, den Hund zu bremsen. "Sie weiß eben genau, was jetzt zu tun ist und was gleich passiert", erklärt die Besitzerin. Mit dem Aufzug geht es in den zweiten Stock. Der Besuch bei Maria Wiwjorra steht an. Einmal die Woche für eine Stunde besuchen "Foxy" und Enold die alte Dame, die bettlägerig ist und nur noch ihre linke Hand bewegen kann.

Maria Wiwjorra über die Hündin: "Ich habe sie doch gerne bei mir."

Bevor das Duo ihren "Dienst" aufnimmt, flüstert Renate Enold der Vierbeinerin noch etwas zu: "Jetzt geht es los, 'Foxy'." Und wie es los geht: Im Zimmer angekommen, begrüßt die Hündin die alte Dame gleich und klettert zu ihr ins Bett. "Schön, dass ihr wieder da seid", sagt Maria Wiwjorra. Auch die Tatsache, dass die Hündin in das Bett geklettert ist, stört sie nicht. Im Gegenteil: "Ich habe sie doch gerne bei mir."

Dies scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Denn es dauert nicht lange und "Foxy" leckt der Bewohnerin liebvoll den Hals ab. Dieser scheint es zu gefallen: "Oh Gott, oh Gott, endlich ist er wieder da", sagt Wiwjorra mit einem Lächeln. Dabei schließt sie entspannt die Augen.Die feuchte Zunge der Hündin stört sie nicht.

Nach der stürmischen Begrüßung bleibt das Tier schließlich auf dem Bett liegen, als ob sie wüsste, dass sie der alten Dame damit etwas Gutes tut.

Längst hat sich Renate Enold einen Stuhl besorgt und sich an das Bett gesetzt. Die nächste Stunde ihrer Zeit gehört nur Maria Wiwjorra. Geduldig hört sie ihr zu, als diese von ihrer bisherigen Woche erzählt. Neugierig stellt sie auch Nachfragen, beispielsweise, was es denn zu essen gab. Dabei fällt auf: Frau Wiwjorra ist geistig noch sehr fit, alle Fragen kann sie problemlos beantworten. "Manchmal schauen wir auch zusammen Fernseh oder sie erzählt mir Sachen aus vergangenen Jahren", berichtet Enold.

Und wie findet die Patientin den Besuch von "Foxy" und Renate Enold? "Für mich ist das der schönste Tag in der Woche", erzählt sie. "Es ist einfach eine willkommene Abwechslung." Gerade bei diesen Worten hört man die Freude in der Stimme von Maria Wiwjorra, die keine Verwandte hat und daher kaum Besuch bekommt.

Nach etwa 60 Minuten wird es für das Duo Zeit, sich zu verabschieden

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Nach 60 Minuten wird es für Renate Enold und "Foxy" Zeit, sich zu verabschieden.

Gerade der Hündin merkt man an, dass ihr der "Dienst" viel abverlangt. Ein Eindruck, den ihr Frauchen bestätigt: "Mehr als eine Stunde ist für sie nicht zumutbar. Da kommt sie schon an ihre Grenzen. Das merkt man vor allem abends, wenn sie in ihrem Körbchen liegt und sich raum noch rührt."

Maria Wiwjorra jedenfalls hat der Besuch gefallen: "Besuchen sie mich bald wieder", ruft sie den beiden zu, noch bevor sie das Zimmer verlassen. "Das werden wir, versprochen", entgegnet Renate Enold.

Aus dem Zimmer draußen ist die Arbeit für "Foxy" aber noch nicht ganz zu Ende. Denn mittlerweile ist die Hündin im Seniorenheim Pro Cura bekannt. Fast alle Bewohner, die "Foxy" im Flur antrifft, wollen etwas von ihr. Egal ob Streicheleinheiten oder kurzes Plaudern: Renate Enold und ihre Hündin nehmen sich die Zeit. "Das ist doch selbstverständlich", sagt die Runkelerin entschieden.

Dann aber haben sie es geschafft, die beiden ehrenamtlichen Helfer treten den Gang nach Hause an. "Foxy" hat ihren "Dienst" erfüllt. Bis nächste Woche hat sie Pause, ehe sie erneut für 60 Minuten in den Mittelpunkt rückt.

Die Malteser-Besuchshunde

Der Maltesrer Besuchshundedienst wurde im Oktober vergangenen Jahres gegründet. Waren es am Anfang noch zwölf Hunde, so hat sich die Zahl auf 20 erhöht. Zusammen mit ihren Herrchen sind die Vierbeiner mittlerweile in zehn Einrichtungen im kompletten Landkreis Limburg-Weilburg unterwegs.

Die Nachfrage sei sowohl von Einzelpersonen als auch von Senioreneinrichtungen so groß, dass die Hunde-Teams nicht alle bedienen können, sagt Jürgen Klemm, Leiter des Hundebesuchsdienstes. Er ist von Beginn an dabei und koordiniert die wöchentlichen Austauschs- und Übungstreffen in der Malteser Dienststelle in Limburg-Eschofen.

Bevor die Hunde mit ihrem Dienst beginnen, absolvieren sie bei den Maltesern eine spezielle Schulung und werden von erfahrenen Hundetrainerin trainiert, zum Beispiel wie sie sich bei Stresssituationen zu verhalten haben.

Auch Aufzug fahren und das Laufen auf glatten Böden beherrschen die Tiere nach ihrer Ausbildung perfekt. Die Herrchen erhalten darüber hinaus einen Erste-Hilfe-Kurs, der zwei Tage geht.


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