Herborn richtet Hessentag 2016 aus

Daumen rauf für die Bewerbung: Herborns politische Verantwortungsträger haben klargemacht, dass sie den Hessentag 2016 gerne in ihre Stadt holen möchten. Landtagsabgeordneter Clemens Reif (l.) sagte, Herborn bekomme im Falle eines Zuschlags zehn Millionen Euro. Und Heinrich Kaletsch, der Hessentagsbeauftragte der Landesregierung (3.v.r.), ergänzte, dass diese Summe der Verbesserung der Infrastruktur und zur Absicherung gegen ein mögliches Defizit diene, sollten der Ausrichterstadt durch einen Hessentag "Miese" entstehen. (Foto: Weirich)

Hessentagsbeauftragter der Stadt ist Jörg Kring, Hauptamtsleiter in der Herborner Verwaltung. Er lud für Freitag zu einer Pressekonferenz ein. Dann will die Stadt ihr Hessentagskonzept vorstellen.

Zuvor, am Mittwoch (17. Dezember), will die hessische Landesregierung in Wiesbaden Herborn offiziell als Hessentagsstadt vorstellen. Regierungssprecher Michael Bußer wollte deshalb noch keine weiteren Auskünfte geben. Die Landesregierung hatte die Entscheidung am Montag getroffen. Im Juli hatte sich die Stadt offiziell beworben. Von anderen Bewerberstädten für 2016 ist nichts bekannt.

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Innerhalb kürzester Zeit machte die Nachricht auf unserer Internetseite www.mittelhessen.de am Dienstag die Runde. Und auf unserer Facebookseite erklärten in nur fünf Stunden rund 500 Leser, dass ihnen der Hessentag 2016 in Herborn gefällt. Die Kommentare dort sind meist positiv: „Ich finde es toll. Da werden Erinnerungen wach“, „Ich finde es super. Die Städte profitieren davon“, „Super, freut mich für die Stadt Herborn“, „Sehr schön. Und nur ein Katzensprung entfernt. Was kann es Schöneres geben?“ Es gab aber auch Kritik: „Eine sinnentleerte Massenveranstaltung“, „So ein Schwachsinn“, „Das könnte teuer werden“.

Die Veranstaltung ist der 56. Hessentag. Herborn war bereits Ausrichter des 26. Hessentags, vom 31. Mai bis 8. Juni 1986, gewesen. Damals kamen geschätzte 300 000 Menschen in die Stadt. Heutzutage lockt das zehntägige Fest über eine Million Besucher an.

Es wird 
der vierte Hessentag im Lahn-Dill-Kreis sein

Im Lahn-Dill-Kreis waren bislang nur Herborn (1986) und Wetzlar (1975 und 2012) Ausrichter des Hessentages. Nach Wetzlar kamen zuletzt 1,2 Millionen Besucher, allein 80 000 zum Festzug am abschließende Sonntag. In Wetzlar gaben beim Hessentag unter anderem Musikstars wie Elton John, Lenny Kravitz, Silbermond und Xavier Naidoo Open-Air-Konzerte.

2010 gab mit Alsfeld erstmals eine Stadt den Hessentag aus finanziellen Gründen zurück, die Veranstaltung war der verschuldeten Stadt zu teuer. Stattdessen richtete Stadtallendorf das Fest dann aus. 2013 verzichtete Vellmar ebenfalls aus finanziellen Gründen, und Kassel sprang ein.

Inzwischen haben die Landespolitiker beschlossen, dass der Hessentag künftig nicht mehr so teuer werden soll. Das Land begrenzt seinen Zuschuss. Dieses Jahr gab Hessen noch bis zu zehn Millionen dazu, 2018 sollen es maximal neun Millionen Euro sein, ab 2019 nur noch höchstens 8,5 Millionen Euro. Einen Vorschlag, den Hessentag nur noch alle zwei Jahre zu veranstalten, lehnte die Mehrheit der Landtagsabgeordneten ab.

Herborn wäre dann 2016 noch nicht von den geplanten Einsparungen betroffen. Bis 2017 sollen die Ausrichter-Städte auf die bisherigen Zusagen vertrauen dürfen. Diese sehen vor: Die Städte erhalten jeweils bis zu zehn Millionen Euro Zuschuss für Investitionen, zum Beispiel in die Verkehrsinfrastruktur. Von diesen zehn Millionen Euro dürfen sie auch bis zu 3,5 Millionen Euro verwenden, um eventuell mit der Ausrichtung des Hessentags angefallene Miese auszugleichen.

In diesem Jahr fand der Hessentag in Bensheim statt, nächstes Jahr in Hofgeismar.
Der Hessentag ist das größte und älteste Landesfest in Deutschland. Ursprünglich dauerte es drei Tage, seit 1972 neun und seit 1990 zehn Tage. Erster Veranstalter war 1961 die Stadt Alsfeld.

Ziel des Festes war, nach dem Zweiten Weltkrieg die Hessen mit den Flüchtlingen, Vertriebenen und Zuwanderern zusammen- und einander näherzubringen. Das gemeinsame Fest sollte einer Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken.


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Kommentare (2)
@Ich würde nächste Woche ganz gerne Lotto spielen.(Euro Jackpot,Spiel77,Super6,6 aus 49 also das ganze Programm)
Wenn Sie so freundlich wären und mir die Zahlen zukommen lassen könnten..?! 5% gehen an Sie!
Das wird ein Grab in Millionenhöhe!
Zuschüsse und/oder Image hin oder her. Nach dem Ende des Hessentages kann sich Herborn an Dillenburger Verhältnisse anpassen und den Schutzschirm aufspannen!!

Bleibt nur zu hoffen, mehr
dass die großen Firmen in Herborn keine Umsatzeinbußen zu vermelden haben und somit die Steuereinnahmen nicht in die Brüche gehen.....