Aus der Klinik direkt wieder zum Ochsenfest

POLIZEI Wenig zu tun für die Wetzlarer Ordnungshüter: Alles blieb friedlich, kaum Verkehrsprobleme

Peter Klingelhöfer (rechts) zog im Interview mit Lokalredakteur Martin H. Heller eine erste Bilanz aus Sicht der Polizei für das Ochsenfest 2014. (Foto: Keller)

Nicht nur der Ochsenfestparkplatz, auch die Stellflächen vieler Firmen und Geschäfte sind in den vergangenen Tagen von Festbesuchern in Beschlag genommen worden. (Foto: Reeber)

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Für ihn und seine Kolleginnen und Kollegen gab es nicht viel zu tun. Kaum Verkehrsprobleme, so gut wie keine Gewalt und auch nur wenige Fälle, in denen die Polizei Betrunkene in ihr Gewahrsam nehmen musste. "Drei Festbesucher mussten die Nacht in unserer Ausnüchterungszelle verbringen." Der Aufenthalt in einer der deckenhoch gekachelten Räume mit Videoüberwachung kostet die Übernachtungsgäste zudem rund 50 Euro, sagt Klingelhöfer. "Recht wenig Komfort, und das Frühstück ist auch nichts Besonderes. Wir haben es noch nicht geschafft, einen Michelin-Stern dafür zu bekommen", scherzt der Polizeichef.

Ein "Gast" war besonders hartnäckig. Der hatte so viel Alkohol getrunken, dass er ins Krankenhaus gebracht und stationär aufgenommen werden musste. Von Ausnüchterung und Genesung hatte er aber so seine eigenen Vorstellungen: "Er hat sich dann selbst ,entlassen' und ist wieder aufs Ochsenfest gewankt." Natürlich endete dieser Ausflug dann in einem fremden Bett, nämlich auf der Pritsche in der Ausnüchterungszelle.

Lediglich zwei Taschendiebstähle wurden während des Festes bei der Polizei angezeigt. "Das ist sehr wenig bei den Ausmaßen dieses Festes", sagt der Polizeichef. "Generell bitten wir die Leute, Handtaschen möglichst geschlossen und nah am Körper zu tragen sowie natürlich stets auf die Wertsachen zu achten."

Dass es so wenige Diebstähle und keine nennenswerten Schlägereien gegeben hat, könnte auch auf die erhöhte Präsenz der Polizei zurückzuführen sein. Hauptkommissar Björn Petry hatte das als "Leiter Einsatz und Organisation" in der Hand. So waren beispielsweise am Freitag beim Massenandrang zur Tierschau 24 Polizistinnen und Polizisten für das Ochsenfest eingeteilt.

Polizei bremst schnellen Ochsen

Den Festzug am Sonntag sicherten insgesamt 22 Beamte ab. Aber auch sie hatten keine schweren Aufgaben zu meistern, wenn man mal davon absieht, dass der dem Zug vorausfahrende Streifenwagen ab und zu den zügig voran marschierenden Festochsen "Hektor" bremsen musste.

"Ich muss den Besuchern ein großes Lob aussprechen, und natürlich den Machern dieses Festes. Es war sehr professionell organisiert", sagt Klingelhöfer. Als verbesserungswürdig erachtet Peter Klingelhöfer die Situation bei der Einfahrt zum Parkplatz. Das Ordnungsamt der Stadt Wetzlar habe vorgeschlagen, die Parkgebühren erst bei der Ausfahrt zu kassieren. Dieses Mal sei das noch nicht umgesetzt worden, wodurch es auf der Frankfurter Straße in den Stoßzeiten von Freitag bis Sonntag zu Staus kam, weil die Autos nicht schnell genug auf den ansonsten wohl organisierten Parkplatz fahren konnten.

Trotzdem zieht Klingelhöfer positive Festbilanz: "Es lief alles sehr rund."


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