Kultbulldogs und PS-Protze

LANDMASCHINENSCHAU Historie und moderne Technik zu sehen

Früh übt sich, was einmal ein richtiger Schlepperfahrer werden will: Thomas Dross muss noch ein bisschen helfen, damit Finn (21 Monate) mit dem Claas über den Strohberg kommt.

Päuschen im Riesenrad: Alexander Arnold und Tochter Merle (18 Monate) haben in der Felge eines Traktors Platz genommen.

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"Kult, kult, kult" tönte es im Sekundentakt, als der Lanz Bulldog aus dem Jahr 1938 nach zwei Minuten Vorheizen mit dem Benzinbrenner ansprang. Uwe Jäger hatte den früher weit verbreiteten Ackerschlepper mit seinen eisernen Vorderrädern mittels des abgenommenen Lenkers am Schwungrad in Gang gebracht. 4,7 Liter Hubraum hat der Bulldog und 25 PS. Dahinter steht ein moderner Traktor der Marke John Deere. Er hat ebenfalls 4,7 Liter Hubraum, leistet aber 105 Pferdestärken. Und dabei ist das Gefährt, das an der gleichen Stelle wie der alte Lanz in Mannheim gefertigt wird, nur ein kleiner unter den neuzeitlichen Zugmaschinen. Tausende Pferdestärken waren gestern auf dem Freigelände hinter dem Landwirtschaftlichen Museum versammelt. Mähdrescher der Firmen Claas und John Deere, Radlader von Kramer, Traktoren von John Deere, Massey Ferguson, Claas, Fendt und New Holland sowie eine Reihe Spezialfahrzeuge und Anbaugeräte. "Schlepper mit 250 PS gehören schon zum Standard, sagt ein Insider. Doch auch die sind keineswegs die Stärksten im Bunde. Der Feldhäcksler der Firma New Holland ist schon beinahe monströs groß, und er kann nicht nur Mais und andere weiche Früchte schreddern, sondern zermalmt mit einem speziellen Anbaugerät sogar Holz aus speziellen Plantagen. 400 Pferdestärken braucht er dafür. Ein weiterer Hingucker der Landmaschinenausstellung ist der riesige Raupenschlepper gleich am Eingang. Auf riesigen Gleisketten bewegt sich der Gigant fort, er hat 310 PS. Aber hierzulande kommen er und seinesgleichen selten zum Einsatz. Hier dominieren noch die Traktoren mit Rädern, wie Uwe Jäger von der Landmaschinenfirma Klotz und Knoll in Wölfersheim berichtet.

Mit 165 Pferdestärken einen Eimer Wasser balancieren

Die durch die Erschütterungen ihrer teils einzylindrigen Motoren auf und ab gehobenen Uralt-Schlepper hatten so ihre Tücken. Man musste sie kennen. Aber heute ist das nicht anders. Ein moderner Traktor ist ein Hightech-Gerät, das man auch beherrschen muss. Um zu zeigen, dass sie es können, hatten sich am Samstag 18 Jungbauern aus Mittelhessen zum Agri-Cup getroffen, bei dem sie mit einem 165 PS starken Claas-Schlepper einige Geschicklichkeitsaufgaben bewältigen mussten. Mit einem Eimer voller Wasser auf dem Frontlader mussten die Teilnehmer durch einen Parcours fahren. Unterwegs waren rückwärts mit einem Nagel an der Ackerschiene Luftballons zu zerstechen, mussten Reifen aufgegabelt und ein "heißer Draht" umfahren werden.


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