Pferde, Kühe und viel mehr

TIERSCHAU Traditionsveranstaltung zieht Tausende an

Da ging es dem Vieh besser als manchem Menschen: Diese Kühe bekamen eine Dusche aus dem Schlauch. (Foto: Daberkow)

Die Tierschau fand großen Anklang. (Foto: Wingender)

Franziska Schimke reitet auf dem Ochsen Urmel eine Runde. (Foto: Reeber)

Schmied Mati Abel lässt es beim Beschlagen rauchen. (Foto: Heller)

Carolina Weisbarth (5) und Lukas Fink (18 Monate ) streicheln das drei Monate alte Bullchen Hugo. (Foto: Heller)

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Tiere zeigen sich von bester Seite

Rund um die Geläufe, in denen die 70 großen Tiere vorgeführt und bewertet werden, gibt es schon kurz nach Beginn der traditionellen Tierschau kaum noch einen freien Platz. Großeltern mit ihren Enkeln, Landwirte, ganze Schulklassen ziehen von Ring zu Ring, um die Tiere der unterschiedlichsten Rassen zu betrachten. In den Wartebereichen legen die Züchter und Vorführer am Morgen letzte Hand an, um ihre Lieblinge für den großen Auftritt möglichst schön zu machen. Jürgen Martin aus Lauterbach ist mit seinen zwei Kühen da. Um 5 Uhr ist er aufgestanden, um nach Wetzlar zu fahren. Jetzt striegelt er den Schweif seiner Kuh. An der Anbindestange daneben sprüht eine Frau Haarspray auf die Schweifhaare. "Das mach ich jetzt aber nicht", sagt Martin. Er hält die beiden Kühe der seltenen und vom Aussterben bedrohten Rasse nur aus Liebhaberei. "Die sollen bei mir alt werden. Schon mein Opa hatte rotes Höhenvieh, aber heute will sie kaum noch einer haben. Sie geben nur zehn bis zwölf Liter Milch - aber die ist gut und fettreich."

Die anderen sind auch da: Fleckvieh das bis zu dreißig Liter Milch am Tag gibt. "Wenn man sie gut pflegt", sagt Besitzer Erhard Handke aus Wächtersbach. Von überall her sind die Züchter gekommen, um zu zeigen, was für schöne Tiere sie im Stall haben.

Und es gibt auch drumherum viel zu sehen. Favoriten bei den jüngsten Besuchern des Ochsenfests sind natürlich auch die Kleinen, die Kälbchen, Fohlen und Küken. In einem Guckkasten sind über ein Dutzend Küken versammelt, in Kinder-Augenhöhe, versteht sich. Und auch die Kälbchen bekommen an diesem Freitag so viele Streicheleinheiten wie wahrscheinlich sonst nicht im ganzen Jahr. Nur zu den Fohlen, die um ihre Mütter herumwuseln, halten die kleinen menschlichen Betrachter respektvollen Abstand.

Hufbeschlag, Zugkühe und ein Ritt auf dem Ochsen

Auch sonst gibt es viel zu sehen. Schmied Mati Abel aus Ehringshausen lässt es mächtig rauchen. Er verpasst zwei Kaltblütern neue Hufeisen, was die trotz des Besucherrummels recht unbeeindruckt hinnehmen, selbst als es beim Aufbrennen ordentlich qualmt und stinkt. Beeindruckend hingegen sind die Vorführungen, die mit dem bäuerlichen Alttag von heute nichts mehr zu tun haben. Kühe und Ochsen, die Wagen und Egge ziehen. Oder der stattliche Ochse "Urmel", der sich nicht nur fahren, sondern auch reiten lässt. Franziska Schimke aus Wettenberg hat Urmel als Kälbchen mit der Flasche aufgezogen. Deshalb haben der rote Höhenochse und die BAF/N24-Börsenkorrespondentin ein sehr inniges Verhältnis.

Als es Mittag ist, steigt die Spannung für die Züchter auf dem Platz. Über den Festplatz fährt eine Kutsche zur Tierschau. Drinnen sitzen winkende Menschen: Landwirtschaftsministerin Priska Hinz, Oberbürgermeister Wolfram Dette und - stilecht in Hessenkittel - Landrat Wolfgang Schuster und der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Vereins, Wolfgang Hofmann. Sie sind gekommen, um die Besten zu küren. Schleifen für die Pferde und Kühe, Urkunden für die Züchter. Bewertet haben es Spezialisten für die einzelnen Bereiche, für die Pferde unter anderem Florian Solle, Chef im Hessischen Landgestüt in Dillenburg.


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