Angst trifft Wut

Schenk (Dietmar Bär, li.) und Ballauf (Klaus J. Behrendt) suchen nach Hinweisen. (Foto: WDR/Thomas Kost)

 

Doch in einer Nacht gerät alles aus dem Ruder: Bei einem Überfall auf eine Zoohandlung wird der Sohn des Besitzers erschossen. Der Täter: vermutlich nordafrikanischer Herkunft, Kapuzenjacke. Die Kölner Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermitteln. Doch auch Mitglieder der Bürgerwehr machen sich auf die Suche nach dem Täter.

Auch diesmal scheuen die Macher des Kölner „Tatort“ nicht davor zurück, aktuelle und heikle Themen aufzugreifen. Angst trifft auf Wut, jeder sieht sich selbst als Opfer, die Spirale aus Gewalt und Gegengewalt dreht sich immer schneller – und mittendrin Ballauf und Schenk.

Düster und beklemmend. Und leider kein abwegiges Szenario, wie Regisseur Sebastian Ko erklärt: „Tatsächlich stehen wir momentan auf wankendem Boden. Sicher ist nur eines: die Angst. Die Anschläge in Paris, die Silvesternacht 2015 in Köln, die Attentate in Nizza und Brüssel, flüchtende Menschen in Richtung Europa, der so genannte IS, die Überforderung der Polizei, eine stetig steigende Einbruchsrate. All das wird in einen Topf geworfen, durchgerührt, kräftig gewürzt mit Irrationalem und Vorurteilen, mit Halbwissen und Halbverstandenem. Wer diese giftige Suppe isst, dessen Herz wird vergiftet.“

Aufgelockert werden die bedrückenden 90 Minuten unter anderem durch einen Cameo-Auftritt von Klaus Doldinger. Er hat 1970 die „Tatort“-Titelmelodie komponiert und gibt sie nun in einer kleinen Rolle als Straßenmusiker in jazziger Form zum Besten.


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