Die Kälte des Kriegs

Über den Umgang mit internationalen Verflechtungen sind sich Reto Flückiger (Stefan Gubser, r.), Liz Ritschard (Delia Mayer, M.) und Eugen Mattmann (Jean-Pierre Cornu, l.) uneinig. (Foto: ARD Degeto/ Winkler)

Der tote Mann auf dem Auto ist ein Investigativ-Journalist, der auf der Suche nach einem mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus Tschetschenien war. Dieser, Ramzan Khaskhanov, lebt inzwischen unter neuem Namen in Luzern. Aber nicht nur der Journalist war ihm auf den Fersen, sondern ebenso ein Auftragskiller, die russischen Behörden sowie seine Nichte Nura aus Grosny.

Der Schweizer Tatort „Kriegssplitter“ nimmt sich eines schwierigen Themas an: das Erbe der schrecklichen Kriege in der Kaukasus-Region. Flückiger und seine Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) tappen lange im Dunkeln und gelangen am Ende nicht nur zu einem, sondern zu zwei Mördern.

Regisseur Tobias Ineichen hat aus dem Drehbuch von Stefan Brunner und Lorenz Langenegger einen spannenden, soliden Krimi gemacht. Er inszeniert die Kälte, das Trauma und die Folgen des Krieges eindrucksvoll. Sicherlich nicht der beste Tatort aus der Schweiz und lange nicht der beste Tatort des Jahres 2017, aber mitreißend genug, um nicht schon nach zehn Minuten umzuschalten.

Etwas zu kurz kommen ausnahmsweise die privaten Geschichten der Kommissare. Was vielversprechend beginnt, verläuft am Ende im Sande. Schade.


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