Dubiose Müllgeschäfte

Raue Welt: Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen/rechts) befragen Müllmann Pavel Symanek (Hendrik Arnst). (Foto: Landsberg/RB)

Der TV-Krimi beginnt rasant. Schwer verletzt versucht Müllmann Maik Decker mit einem Müllwagen zu fliehen. Doch es ist zu spät. Der Wagen verunglückt und Maik stirbt an seinen Stichverletzungen. Die Kommissare Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) geraten in eine schrille Welt: eine Straße voller Ex-Häftlinge, die alle als Müllmänner arbeiten. Betreut werden sie von Bewährungshelfer "Papa" Frank, der im Hinterzimmer eines China-Restaurants Hof hält und es geradezu genießt, die Polizei zu verhöhnen. Roeland Wiesnekker spielt ganz wunderbar den großkotzigen wie unsympathischen Bewährungshelfer, der über "seine Jungs" regiert.

Die coolen wie gefährlichen Müllmänner bilden eine undurchdringliche Wand und regeln Probleme auch schnell mal mit Gewalt. Nach und nach erkennen die Kommissare aber, dass das Mordmotiv komplex ist: Es geht um Korruption, politischen Filz und organisierte Kriminalität.

Der "Tatort" ist von dem Oscar-nominierten Regisseur Florian Baxmeyer mutig inszeniert. Leider gibt es zu viele Nebenhandlungen und auch zu viele Figuren, so dass das Ganze bisweilen etwas unübersichtlich wirkt. Der Milieu-Krimi ist aber dennoch zu empfehlen. Auch die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten.


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