"Marburg ist die perfekte Stadt für einen Tatort"

SERIE Katharina Meyer zu Eppendorf hat versucht, den Tatort nach Marburg zu holen

„Marburg ist die perfekte Stadt für einen Tatort“, findet Katharina Meyer zu Eppendorf. Wir haben mal einige mögliche „Tatort“-Fotos nachgestellt. (Foto: Heimrich)

„Marburg ist die perfekte Stadt für einen Tatort“, findet Katharina Meyer zu Eppendorf. Wir haben mal einige mögliche „Tatort“-Fotos nachgestellt. (Foto: Heimrich)

„Marburg ist die perfekte Stadt für einen Tatort“, findet Katharina Meyer zu Eppendorf. Wir haben mal einige mögliche „Tatort“-Fotos nachgestellt. (Foto: Heimrich)

Katharina Meyer zu Eppendorf.

(Foto: privat)

Katharina Meyer zu Eppendorf fallen verschiedene Szenarien für einen Marburg-Tatort ein.

(Foto: Röder)

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Katharina, warum findest du, dass es einen „Tatort“ geben müsste, der in Marburg spielt? Gibt es einen konkreten Plot, der dir für einen „Marburg-Tatort“ vorschwebt?

Katharina Meyer zu Eppendorf: Ähnlich wie Münster ist auch Marburg nichts weniger als ein Tatort-Drehbuchparadies, mit seinem Harry-Potter-Ambiente. Als ich damals den Text schrieb (siehe Kasten), dachte ich zum Beispiel daran, dass während des Marktfrühschoppens ein führendes Mitglied einer Burschenschaft ermordet werden könnte. Zunächst scheint der Fall klar: Es muss natürlich jemand aus dem gegnerischen linksaktivistischen Milieu gewesen sein, bis sich am Ende herausstellt, dass es um viel mehr geht, einen Machtkampf um die Deutungshoheit im Burschiland. Ist auch gar nicht so unrealistisch, wenn man bedenkt, dass wir viele DB-Burschenschaften in Marburg haben.

Klingt spannend! Weitere Ideen?

Meyer zu Eppendorf: Auch die Marburger Virologie ist ja ziemlich berühmt, erst jüngst wurde sie ja als die meistzitierte Quelle in Sachen Ebola gekürt. Auch in diesem Milieu könnte sich ein Fall abspielen. Eine Studentin wird tot aufgefunden. Alles sieht nach einem Unfall aus. Bis sich der Fall als mafiöses Kalkül einer transatlantisch operierenden Pharmalobby entpuppt, die verhindern will, dass die Öffentlichkeit erfährt, dass für die Produktion des Impfstoffes unethische Methoden angewendet wurden.

Aller guten Dinge sind drei ...

Meyer zu Eppendorf: Eine Beziehungsfehde im evangelikalen Umfeld des „Jesus-lebt“-Hauses wäre sicher auch spannend. Oder eine Geschichte, die sich mit verschiedenen Lebensstilen auseinandersetzt und zeigt, dass das Böse mitten unter einem sein kann.

Super Ideen. Hast du denn schon versucht, den „Tatort“ nach Marburg zu holen?

Meyer zu Eppendorf: Im Zuge meiner Recherchen habe ich den Hessischen Rundfunk kontaktiert und gefragt, warum es keinen Tatort in Marburg gibt. Eine Antwort blieb leider bis heute aus. Dabei produzierte der HR in den Achtzigern sogar einen Tatort in Heppenheim. Und mal ehrlich: Wer kennt bitte Heppenheim?

Ein guter „Tatort“ steht und fällt mit seinen Kommissaren. Hast du auch dazu einen Vorschlag?

Meyer zu Eppendorf: Vielleicht könnte ein Mann vom alten Schlag in Marburg ermitteln. Einer, der kurz vor der Pensionierung steht, mit viel zu vielen Büchern im Schrank und Rauch in der Lunge. Einer, der ein bisschen grantig und kauzig, dafür aber mit jedem vernetzt ist. So einer, der sich ein bisschen wie der moderne, von Benedict Cumberbatch gespielte Sherlock Holmes, das Netzwerk der Obdachlosen für seine Ermittlungen zunutze macht. Und aussieht wie ein Leonard Lansik mit Kinski-Attitüde.

Ein Alleinermittler?

Meyer zu Eppendorf: Nee, lieber einer oder eine, der oder die im Team mit einem Kollegen oder einer jungen Kollegin arbeiten muss, dessen Vater oder Mutter er/sie sein könnte. Der beziehungsweise die junge Tatortkommissarin sollte dabei hingegen so studentisch wie möglich aussehen, um sich investigativ sowohl auf Verbindungspartys als auch auf Waldraves und WG-Feten schmuggeln zu können. Charakterlich ein bisschen verwegen, ausgestattet mit intelligentem Humor und sportlich genug, mögliche Tatverdächtige durch die Oberstadt zu jagen. Das ist ja tatsächlich wichtig.

Hast du denn nochmal einen Versuch gestartet, Marburg als „Tatort“-Stadt zu platzieren?
Meyer zu Eppendorf: Nein. Wie gesagt, die Antwort steht seit vergangenem Jahr aus. Vielleicht starten wir mal eine Petition?

 

ZUR PERSON

Katharina Meyer zu Eppendorf ist Gründerin und Chefredakteurin des Studentenmagazins „Philipp“. Sie studiert Friedens- und Konfliktforschung. 2015 schrieb sie über ihre „Tatort“-Leidenschaft und den vergeblichen Versuch, die Kultserie in die Universitätsstadt zu holen einen Text für „Philipp“. Sie finden ihn unter:  http://philippmag.de/marburg-ist-die-perfekte-stadt-fur-einen-tatort. (crö)


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