Nichts geht mehr

Unter Druck: Lannert (Richy Müller) braucht mehr Zeit für die Spurensuche. (Foto: SWR/ Andreas Schäfauer)

Mitten in dieser Blechkarawane sucht Kommissar Thorsten Lannert (Richy Müller) einen flüchtigen Fahrer, der in einem Wohngebiet unweit des Staus eine 14-Jährige angefahren haben soll, die noch am Unfallort ums Leben gekommen ist. Der einzige Zeuge ist ein Dreijähriger, über den Lannerts Kollege Sebastian Bootz (Felix Klare) versucht, nähere Angaben zum Unfallhergang zu erhalten.

Eine originelle Grundidee mit vielen parallelen Strängen, die Einblicke geben in den ganz normalen Alltagswahnsinn. Druck und Anspannung, wohin man auch schaut. Beides entlädt sich nun durch das Gefühl des Feststeckens. Sehr nachvollziehbar, sehr menschlich. Lannert, der von Auto zu Auto wandert, die Autos nach Unfallschäden untersucht und die Fahrer befragt, heizt die ohnehin schon kochende Stimmung noch weiter an.

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Ein guter Film, ja. Eine pointierte Sozialstudie, die Regisseur Dietrich Brüggemann da gelungen ist. Aber ein spannender Krimi? Eher nicht. Der Tatort „Stau“ kommt passend zum Titel nicht so recht in Fahrt. Ein bisschen zäh, ein bisschen lang, ein bisschen ermüdend. Dem Verkehr angepasst. Auch sollten sich die überaus talentierten Wortakrobaten des Stuttgarter Comedy-Trios „Eure Mütter“ besser nicht zu oft als Komparsen versuchen – wie in diesem Fall als Saufkumpanen eines Junggesellenabschieds.


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