Panik in Pöllau

Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) bewahren einen kühlen Kopf. (Foto: ARD Degeto/ORF/Epo Film/Hubert Mican

 

Es wäre unheimlich gewesen, hätte der Wiener „Tatort“ seine fast unanständig hohe Qualität aus diesem Jahr halten können. Der neue Fall aus Österreichs Hauptstadt zeigt: Auch in Wien gibt es noch durchschnittliche Drehbücher. Der Krimi „Virus“ will zu viel und kann zu wenig. Doch wie immer, wenn das Buch Luft nach oben hat, füllen die großartigen Schauspieler Harald Krassnitzer als Chefinspektor Moritz Eisner und Adele Neuhauser als Majorin Bibi Fellner – und auch die Nebendarsteller – diese Lücke.

Zum Fall: Im Örtchen Pöllau sollen Eisner und Fellner den gewaltsamen Tod eines Mannes aus Afrika aufklären. Es gibt keine Papiere oder Hinweise darauf, wer das Opfer ist, das erschlagen im örtlichen Steinbruch gefunden wurde. Während Eisner und Fellner im Dunkeln tappen, bringt die Obduktion das Ergebnis: Der Tote ist mit Ebola infiziert. Sofort rückt ein Seuchenkommando an, ruft den Notstand aus und setzt das ganze Dorf unter Quarantäne.

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Ja, die Geschichte ist mit Raffinesse ausgeklügelt. Ja, sie ist gut erzählt. Aber aus Wien sind wir noch dichtere, spannendere und stringentere Geschichten gewöhnt. Wenigstens kommen die Frotzeleien und trockenen Sprüche der Kommissare nicht zu kurz, denn sie sind auch nach Jahren immer noch das eigentliche Salz in der Suppe. Unter dem Strich steht ein wegen der Kommissare immer noch sehenswerter Krimi, der im Vergleich zu seinen Vorgängern aber einiges an Boden verliert.


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