Über die Grenzen

Ivo Batic (Miroslav Nemec, l.) und Franz Leitmayr (Udo Wachveitl) ermitteln. (Foto: BR/X Filme / Hagen Keller)

 

Der 73. Fall des „Tatort“-Duos ist einer der emotionalsten, wenn nicht sogar der emotionalste: Batic setzen die Belastungen im Beruf merklich zu. Er leidet an Schlafstörungen und Panikattacken. „Der Batic steht mir zu sehr unter Strom“, urteilt sein Vorgesetzter Maurer (Jürgen Tonkel) und ernennt Leitmayr zum alleinigen SOKO-Chef. Dieser versucht, besonnen an den Fall heranzugehen, erliegt jedoch nach monatelangen Ermittlungen auch der Frustration: „Wir haben keine einzige vernünftige Zeugenaussage, keine DNA, keine Tatwaffe, gar nichts.“

Es ist ein ungewöhnlicher Krimi, den Regisseur Sebastian Marka da geschaffen hat. Einer, der die psychischen Belastungen der Polizeiarbeit greifbar macht. Und einer, in dem Nemec und Wachveitl in ihrem Spiel zwischen Kampfeswillen und Verzweiflung brillieren: „Unser Leben ist der Tod. Immer nur Leichen. Vielleicht ist der gesamte Beruf ein Fehler.“

Brillant ebenfalls: die Filmästhetik mit ihren vielen kleinen, aber aussagekräftigen Details und ihren perspektivischen Feinheiten. Überflüssig sind einzig die mit Rechtschreib- und Kommafehlern versehenen, poesiealbumähnlichen Sprüchlein auf dem Kalender im Kommissariat, die den Verlauf der Ermittlungen gleichermaßen untermalen und verhöhnen.


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