Zoff statt Teamgeist

Dicke Luft: Odenthal (Ulrike Folkerts, l.), Kopper (Andreas Hoppe) und Stern (Lisa Bitter) ziehen nicht an einem Strang. (Foto: SWR/Alexander Kluge)

Dicke Luft im Büro. Alles wird zum Thema. Alles ist Streitgrund. "Wann werden die wieder normal?", fragt Kriminaltechniker Peter Becker (Peter Espeloer) genervt. Gute Frage. Die Antwort kann nur lauten: Hoffentlich bald. Denn die Streitereien überschatten inzwischen schon den dritten Fall des eigentlich sehr dynamischen Trios, das dadurch noch dazu unprofessionell wirkt.

Zum Inhalt: Kraftsportler Tarim Kosic (Luca Riemenschneider) wird in einem Parkhaus mit Tempo 60 angefahren und stirbt. Der Mord ist spektakulär inszeniert und aus drei Perspektiven gefilmt. Schon nach wenigen Minuten ist klar: Der Marburger Regisseur Roland Suso Richter holt alles aus dem Drehbuch raus. Der 90-Minüter bietet ein ganz hohes ästhetisches Niveau. Es macht Spaß, zuzugucken. Es macht außerdem Spaß, zuzuhören. Die Musik überstrahlt den Film, die vielen einzelnen Elemente machen aus dem vielteiligen Puzzle am Ende ein Stück wie aus einem Guss.

Einfühlsam wird eine Geschichte von Liebe, Hass, Eifersucht und Gewalt erzählt. All das entschädigt für die unsinnigen Streitszenen der Kommissare. Besonders mitreißend sind die letzten fünf Minuten des Films. Wer sonst früher abschaltet, sollte unbedingt bis zum Abspann dranbleiben.


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