Zu wenig Schmäh

Fellner (Adele Neuhauser) und Eisner (Harald Krassnitzer) sitzen im selben Auto. (Foto: ARD Degeto/ORF/E&A Film/Hubert Mican)

Der neue Film „Die Faust“ hat aus nicht nachvollziehbaren Gründen all diese Elemente auf ein Minimum runtergefahren, um eine düstere Geschichte zu erzählen, die zwischen den Zeilen auch eine etwas überspitzte Verschwörungstheorie andeutet.

Zum Inhalt: Ein maskierter Killer tötet erst einen tätowierten Serben, dann den unscheinbaren georgischen Mitarbeiter (Sebastian Pass) einer Großgärtnerei und schließlich eine junge Mutter. Jedes Mal hinterlässt der Täter keine Spuren, jedoch eine schockierende Inszenierung: Er stellt die geschändeten Leichen spektakulär an Orten zur Schau, wo so viele Menschen unterwegs sind, dass die Polizei keine verwertbaren DNS-Spuren finden kann.

„Die Faust“ ist brutal, grausam und schockierend und konsequent erzählt. Aber irgendetwas fehlt, wenn Fellner und Eisner mit ernstem Gesicht ermitteln. Da gerät selbst die Nebenhandlung – die fehlende Gleichberechtigung bei Beförderungen innerhalb der Behörde – zu einer nicht witzigen Randnotiz. Die Wiener agieren selbst in diesem schwächeren Fall immer noch auf sehr hohem Niveau, aber ein bisschen mehr Schmäh darf es gerne wieder sein.


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Kommentare (1)
Ich werde zwar inzwischen gezwungen mit meiner nicht freiwilligen Abgabe " genannt GEZ " solche Filme mit zu finanzieren, werde aber bis jetzt
-- noch -- nicht gezwungen so etwas ansehen zu müssen. Kommt aber mehr
sicherlich auch noch. Armes Deutschland.
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