91 Ausbildungsstellen unbesetzt

KARRIERE Mehr Lehrstellen im Landkreis Limburg-Weilburg / Bewerberrückgang gebremst

Der am meisten gewünschte Traumjob: 122 Bewerber haben sich um 83 Stellen als Verkäufer im Landkreis bemüht. (Foto: Bundesagentur für Arbeit)

Und die lässt sich wie folgt zusammenfassen: Der Ausbildungsmarkt im Landkreis Limburg-Weilburg befindet sich weiter im Wandel. „Während die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplatzbewerber zum Ende des Berichtsjahres mit Stichtag 30. September um knapp drei Prozent zurückgegangen ist, nahm die Anzahl der gemeldeten Stellen um fast neun Prozent zu“, stellte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur, Angelika Berbuir, fest. Damit habe sich der Trend des Vorjahres fortgesetzt.

Positiv wertete die Agenturchefin, dass der Rückgang der Bewerber mit ‚nur‘ 2,6 Prozent deutlich schwächer ausgefallen sei, als im Vorjahr. Seinerzeit lag der Rückgang bei 14 Prozent. „Die intensiven Bemühungen aller Verantwortlichen im Landkreis Limburg-Weilburg, die duale Ausbildung zu stärken, hatte Erfolg“, berichtete Berbuir weiter.

Die Experten appellieren an Ausbildungssuchende, sich Berufsfeldern zu öffnen

So sei die Arbeit der Berufsberatung an den Schulen erheblich intensiviert worden. Auch die Schulen selbst hätten zunehmend mehr berufsorientierende Elemente in den Unterricht eingebaut. Letztlich sei auch die bereits im zweiten Jahr stattfindende Ausbildungsmesse „Do it“ eine hervorragende Gelegenheit gewesen, das breite Spektrum der Ausbildungsberufe im Landkreis darzustellen und somit Schüler, die bislang keine beruflichen Vorstellungen haben, von der Wertigkeit einer betrieblichen Ausbildung zu über- zeugen.

„Viele Jugendliche begreifen, dass der Wandel am Ausbildungsmarkt die Chancen ver- bessert, den Traumberuf zu realisieren.“ Trotz der veränderten Vorzeichen habe das Lehrstellenangebot auch in diesem Jahr noch nicht ausgereicht, um jedem Ausbildungswilligen einen Ausbildungsplatz vermitteln zu können. Während im Rhein-Main-Gebiet das Angebot an freien Ausbildungsstellen die Zahl der Nachfrager übersteige, kämen im Landkreis auf jede der 1185 gemeldeten Stellen rechnerisch knapp anderthalb Ausbildungssuchende. Von den insgesamt 1691 gemeldeten Bewerbern konnten sich in diesem Jahr 819 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag sichern. Dies waren 65 oder 7,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

538 Jugendliche hätten sich mangels Lehrstelle oder aus anderen Gründen für eine Alternative, wie beispielsweise einen weiterführenden Schulbesuch entschieden. 308 Bewerber meldeten sich im laufenden Jahr bei der Berufsberatung ab, ohne Gründe dafür mitzuteilen. 26 Ausbildungssuchende blieben zum Stichtag Ende September unversorgt. Damit stieg die Zahl der Unversorgten im Vergleich zum Vorjahr um zwei Jugendliche. Gestiegen sei die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen. Blieben im Vorjahr noch 58 Ausbildungsplätze verwaist, lag deren Zahl in diesem Jahr bei 91. Die Agenturchefin ist zuversichtlich, dass ein Großteil der offenen Stellen und unversorgten Bewerber noch zusammengeführt werden können. Die Berater und Vermittler hätten noch gute Argumente und wirksame Förderinstrumente, um für einen weiteren Ausgleich zu sorgen.

Die Experten appellieren an Ausbildungssuchende, sich möglichst vielen Berufsfeldern zu öffnen. Dies würde die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erheblich verbessern. Unter www.planet-beruf.de können Jugendliche ihre beruflichen Neigun- gen und Eignungen testen und so berufliche Alternativen entwickeln, die sich anschließend durch Gespräche mit den Beratern absichern ließen. Nicht besetzte Ausbildungsstellen Freie Lehrstellen gab es Ende September vorwiegend noch für Kaufmänner im Einzelhandel, Verkäufer, Fleischer, Berufskraftfahrer, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk und in 28 weiteren Berufen. (red)


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